5 Männer, die ich 2017 kennenlernen durfte

2017 war großartig, denn ich habe die große Liebe gefunden, und das gleich 4 mal!

Datingtechnisch habe ich also nichts anbrennen lassen und auch, wenn meine Freunde schon die Augen rollen bei dem Satz „Ich hab da jemanden kennengelernt“ und ungläubig sind bei den zwei Wörtchen „Der ises“, gebe ich nicht auf und bin immernoch frohen Mutes bei der Partnersuche, denn woher sollte ich wissen, dass die gedateten Personen nicht mein Zukünftiger sind, bevor ih mich auf sie eigelassen hatte? 2017 hat sich in meinem Kopf sowieso ein seltsamer  Wandel vollzogen: Ich war nie lockeren Sachen oder Affären abgeneigt. Vielleicht ist es das fortschreitende Alter, aber mittlerweile gefällt mir der Gedanke häuslich zu werden und manchmal erwische ich mich dabei, wie ich Hochzeitsideen auf Pinterest poste. 

Nun habe ich dieses Jahr verschiedene Bekanntschaften machen dürfen, mal waren sie lehrreich, ein ander mal lustig oder einfach nur zum Kopfschütteln. Hier eine Analyse der Männerbekanntschaften, die mir am meisten im Gedächtnis geblieben sind:
1. Der Blender

Mythen ranken sich um ihn und zuvor ist mir solch ein Exemplar in freier Wildbahn noch nie unterlaufen, bis zum Frühjahr 2017: Der Blender schafft es, ein Bild von sich zu kreieren, welches soviel mit der Realität zutun hat wie ein Tankstellensandwich mit nachhaltigem Genuss. Er redet von Dingen, die er angeblich gerne tut, nur um einen zu beeindrucken und lässt man sich tatsächlich davon einlullen und ist in Erwartung dieser, kommt ans Licht, dass er dies eigentlich auch nur in der Theorie gut fand, sich in der Praxis aber so gar nicht mit ihnen anfreunden kann. Ein Beispiel? Küssen: Der Blender schwärmt von lebensverändertem, stundenlangen innigem Speichelaustausch, doch kommt im Endeffekt raus, dass „diese Art der Nähe“ er nicht mag. Tja, da kann man schon in die Bredouille  kommen, wenn man die Wahrheit ein bisschen ausschmückt, um jemanden zu gefallen. Mein Blender hatte ich allerdings schnell durchschaut.

2. Der Jüngere

Hier werden nicht von ein paar Monaten geredet, sondern von gut 4 Jahren die uns trennten. Zwar kommt das noch lange nicht an das Toyboyalter Hollywoods ran, aber dennoch spürte ich eine leichte Milfigkeit in mir, als ich jemanden aus dem Jahrgang 1997 datete. Wenn meine Nichte zwei  Stunden durch das Wohnzimmer turnt, frage ich mich immer, wie man von etwas Pfefferminztee nur so viel Power haben kann. So  ähnlich war es auch bei ihm:  Acht Stunden hartes Handwerk verüben und danach noch auf die Piste und sogar ein längst vergessenes Verhalten meiserseits frönte er: Party UNTER der Woche.  Ich will nach einer geschafften Schicht mich nur noch verkriechen und meine Bettdecke zur Burka zweckenfremden. Obwohl wir noch im selben Jahrzent geboren waren, hatte ich manchal einen kleinen Anflug von Muttergefühlen, denn anstatt „Sexy, was ein Kerl!“ dachte ich mir manchmal mal nur „Awww“ und wollte ihm ein Happy Meal kaufen und das dazugehörige Spielzeug aussuchen. 

Die Reaktionen von Außen waren aber auch ein Grinsen wert:

Ich: „Ich habe etwas mit einem Jüngerem.“

Andere: „Uhm ok? Wieso?“

Er: „Ich hab was mit einer Älteren“

Andere: „Jawohl Bruder!“
3. Der Unkommunikative

Viel gibt es über ihn nicht zu berichten, denn wie schon die Überschrift sagt: Kommunikation ist nicht seine Stärke. Okay, dass nicht jeder ein Mann vieler Worte ist, verstehe ich. Doch normalerweise ist es doch so, dass man für eine Konversation, mit der Person, die man mag kein übergeordnetes Thema brauch. Entweder ergiebt sich dies von selbst oder man labert einfach nur ein bisschen Bockmist zusammen. Nicht so bei ihm. Ich bin zwar kein Fan von Dauerkontakt und nichts lässt meine Libido mehr austrocknen als ein „mmhhh“ oder „?“, wenn einmal keine Antwort kommt, aber so 2-3 Tage Funkstille, weil man einfach „nichts neues“ zu berichten hat, obwohl man sich als Pärchen schimpft, sind dann doch für mich etwas seltsam gewesen. So interessiere ich mich z.B sehr für den Tagesabblauf des anderen und erwarte bei der einfachen Frage „Was gab es zu Mittag?“ kein „Warum willst du das Wissen?“ 

Ne, der Unkomminikative und ich, das war nix. 
4. Der Verurteilende

„Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“ – so sagte es einst ein antiker Lebensmittelchemiker, der Wasser in Wein zu verwandeln wusste. Wir alle haben unsere Leichen im Keller, Entscheidungen getroffen, die nicht von hohem IQ  zeugen ließen und unsere Herzen brechen lassen – wahrscheinlich auch schonmal selbst eines gebrochen. Wenn man sich so am kennenlernen ist, erzählt man natürlich von seinem Erlebten und das nicht jede Entscheidung, die man traf, klug gewählt war. Nun war der Verurteilende so, dass er alles kritisch hinterfragt hat und im Nachhinein einiges aufs schärfste kritisiert hat, als sei er selbst involviert gewesen. Zum Beispiel, dass ich 2016 meinen Job kündigte, ohne bereits einen neuen in Aussicht zu haben. Ja, das war gewagt und fernab jeglicher Vernunft, aber manchmal muss man auch solche Entscheidungen treffen. Bereuen tue ich es nämlich nicht. Ich habe in dieser Zeit übrigens keine Leistung vom Staat, bis auf meine Krankenversicherung bezogen und trotzdem wurde ich nachträglich als Schmarotzerin betitelt. Vielleicht sollte man einfach nur mal zuhören, denn hätte ich meinen Job behalte, hätte ich den Verurteilenden nicht kennengelernt. Dieser Typ Mann hat einen bleibenden negativen Eindruck hinterlassen, denn er hörte kaum richtig zu, wenn er mal von seiner Meinung eingenommen war. Argumente? Unwichtig. Auf ihn kann ich auch in Zuunft gerne verzichten.
5. Der Sexgott

Der Sexgott lies meine Schenkel erzittern und erschwerte meinen aufrechten Gang für die Tage nach unserem Techtelmechtel deutlich – wenn man nach gutem Sex eine rauchen sollte, wäre mein Schlafzimmer zu einer Räucherkammer geworden. Doch außerhalb der waagerechten gab es eigentlich keine Gemeinsamkeiten und so endeten viele Filmabende, bei denen man sich nicht einigen konnte, welche vertonte Bewegtbildmaterial angeschaut wurde, mit Liebesspiel. Nur so schön es auch wäre, lässt sich nicht jede Unstimmigkeit mit Sex lösen. So war es zwar Schade darum, aber ich musste ihn ziehen lassen – möge er eine Frau befriedigen, die seinen Intellekt teilt – wieviel auch immer davon vorhanden ist.
Obwohl ich dieses Jahr 3 Beziehungen und einiges an Dates hatte, die nicht zum gewünschten Ziel führten, nämliche einer glücklichen Beziehung, bin ich dennoch sehr positiv gestimmt, denn es hat mir immer Spaß gemacht, neue Menschen kennenzulernen. Wer weiß, wieviele es 2018 werden – vielleicht ist Nr. 5 oder 14 ja „DER EINE?“

Nina

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8 Kommentare zu „5 Männer, die ich 2017 kennenlernen durfte“

  1. Haha … wieder köstlich amüsiert und ich habe mich in meine Vergangenheit zurückgesetzt gefühlt ;-). Also eine Mischung aus allen (bis auf den „Verurteiler“ – den braucht man echt nicht ;-)) wäre vielleicht nicht schlecht. Aber, das Jahr ist bald um und 2018 wird dann DEIN „Liebesjahr“ … wo du den Mann triffst der es Wert ist eine Beziehung zu führen und einen Teil deiner Freiheiten aufzugeben.
    hab einen schönen Abend!
    lg
    Verena

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  2. Das hast du wirklich sehr amüsant geschrieben! Bei einigen Punkten hast du wirklich Recht. Es ist nicht wirklich einfach „den einen“ zu finden, aber man darf nie aufgeben. Und man lernt jede Menge neue Bekanntschaften kennen und macht auch die ein oder andere Erfahrungen.
    Liebe Grüße Lisa♥
    lisaslovelyworld

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  3. Hey Nina,
    wirklich mal wieder ein gut verständlicher und angenehm zu lesender Eintrag von Dir. Wunderbar! Es ist ja für jeden Leser angenehm, wenn er sich mit einem Text (seinem Inhalt) in Ansätzen selbst identifizieren kann und das ist auf mich bezogen definitiv gegeben.
    Gerade wenn man endlich ankommen möchte, die EINE, den EINEN finden möchte, sind es oft nur Kleinigkeiten, Marotten des anderen, Gestiken, Räusperer, etc. die ausreichen um jemanden auf die Abschussliste zu setzen.
    Klar, was Du jetzt bei Deinen Kandidaten beschrieben hast waren schon deutlichere No-Gos, aber um so älter man wird um so schneller findet man etwas beim Gegenüber, was das Interesse an ihm/ihr schnell abflachen lässt…
    Aber es ist alles für etwas gut und deswegen schauen wir mal auf 2018. Am Ende ist alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende 😉
    Liebe Grüße
    Mr. Nice

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  4. Ich denke mit dem ein oder anderen deiner beschriebenen Typen haben wir alle schon mal Bekanntschaft geschlossen. 😉 Wie immer super inhaltlich verpackt, ich mag deine Text so gerne. Mein Freund ist übrigens 11 Jahre älter und „der eine“. 😉 Alles Gute für 2018. ❤
    Alles Liebe,
    Verena
    whoismocca.com

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  5. Na wenigstens hast Du noch etwas Abwechslung in dein Jahr 2017 gebracht. Bei mir war der einzige Typ immer „Der Beziehungsgestörte“ 🙂 Scheine ich magisch anzuziehen die Typen.
    Okay, nein, mein letzter war „Die Lusche“, noch schlimmer. Aber jünger war er auch, ganze 7 Jahre. Ab einem gewissen Alter stört es nicht mehr so arg.
    Jetzt wäre mal so ein richtiger Toyboy fällig, schließlich gehe ich stark auf die 50 zu 🙂

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