Gibt es eigentlich noch ehrliche Singles, die treu sind und es ernst meinen?

Es gibt genau zwei Arten von Singles:  Die, die sich einfach damit abfinden und das Beste aus der Situation machen und die Jammerlappen, die bei jeder sich bietender Gelegenheit  erwähnen, wie alleine sie doch sind und das doch alles zu zweit viel schöner wäre. Oft stellen genau zweitere auch gerne die EINE Frage:

„Gibt es noch ehrliche, treue Singles, die es ernst meinen?“

Wen ich die Worte „Ernst, ehrlich und treu“ sooft, wie ich sie in dieser Fragestellung hören durfte, ausdrucken würde und aneinander legte, ja ich denke dann würde ich mehr als einmal den Erdball damit umrunden können.  Ich weiß auch, das in Zeiten von Tinder und dem Internet Partner schnell ausgetauscht werden können, dennoch denke ich, oft sind Menschen, die behaupten „verarscht“ worden zu sein, doch sehr naiv und leichtgläubig gewesen sind, oder was erwartet eine Frau, die sich mit einem Mann verabredet, der ihr zuvor ein Penisbild schickte? 

Auch bin ich mir nicht sicher, ob dieses „verascht“ immer zutrifft. Klar gibt es Pesonen, die immer mal mit anderen spielen. Aber oft ist es doch so, dass man jemanden kennenlernt und da heute alles ziemlich schnelllebig ist und es nicht wie früher erst nach 5 Dates, einem Blumenstrauß in Wert eines Monatsgehaltes und viel Süßholzraspelei erst zum Sex kommt, sondern wird schon nach erfolgreichem Speichelaustausch seinen Beziehungsstatus geändert. Das Kennenlernen wird in die Beziehung gelegt und so kann es oftmals vorkommen, dass eben nicht alles Gold ist, was glänzt und die anfängiche Euphorie über den neuen Lebensabschnittsgefährte schnell verfliegt, sobal eimal die rosarote Brille abgesetzt wurde. Dann merkt man eben, dass man doch nicht so gut harmonierte, wie man dachte und beendet diese  Zusammenkunft schnellstmöglich. Wenn dieses Gefühl aber nur einseitig ist und der andere nichts ahnt, fühlt er sich schnell mal angegriffen und „verarscht“ – obwohl dies eigentlich nicht zutrifft. Das ist der anderen Person gegenüber nicht fair, denn gehören doch immer zwei Seiten dazu, nur hört man beide natürlich selten. 

Ein anderer Störfaktor ist das Gesuch generell. Suche ich einen Partner um eine Beziehung zu führen, sollte es selbstverständlich sein, dass dieser treu und ist und es ernst meint. Natürlich ist auch Ehrlichkeit ein ehrenvolles anliegen, doch wenn wir einmal ehrlich zu uns selbst sind, haben wir alle schon einmal gelogen. In welchem Umfang sei dahingestellt, doch denke ich, dass keiner bei so einem Gesuch abspringt, weil er denkt: „Scheiße, ich bin nicht ehrlich – da melde ich mich besser nicht“. 

Also, hört auf verweichlicht zu sein, nutzt die Zeit als Single aus und präfieriert auf keinen Fall Dinge, die selbstverständlich sein sollten. Auf Männer, die jammern,  steht übrigens keine Frau – denn wir mögen Männer, die auch ohne einen Partner Charakterstärke zeigen können.
Nina

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5 Männer, die ich 2017 kennenlernen durfte

2017 war großartig, denn ich habe die große Liebe gefunden, und das gleich 4 mal!

Datingtechnisch habe ich also nichts anbrennen lassen und auch, wenn meine Freunde schon die Augen rollen bei dem Satz „Ich hab da jemanden kennengelernt“ und ungläubig sind bei den zwei Wörtchen „Der ises“, gebe ich nicht auf und bin immernoch frohen Mutes bei der Partnersuche, denn woher sollte ich wissen, dass die gedateten Personen nicht mein Zukünftiger sind, bevor ih mich auf sie eigelassen hatte? 2017 hat sich in meinem Kopf sowieso ein seltsamer  Wandel vollzogen: Ich war nie lockeren Sachen oder Affären abgeneigt. Vielleicht ist es das fortschreitende Alter, aber mittlerweile gefällt mir der Gedanke häuslich zu werden und manchmal erwische ich mich dabei, wie ich Hochzeitsideen auf Pinterest poste. 

Nun habe ich dieses Jahr verschiedene Bekanntschaften machen dürfen, mal waren sie lehrreich, ein ander mal lustig oder einfach nur zum Kopfschütteln. Hier eine Analyse der Männerbekanntschaften, die mir am meisten im Gedächtnis geblieben sind:
1. Der Blender

Mythen ranken sich um ihn und zuvor ist mir solch ein Exemplar in freier Wildbahn noch nie unterlaufen, bis zum Frühjahr 2017: Der Blender schafft es, ein Bild von sich zu kreieren, welches soviel mit der Realität zutun hat wie ein Tankstellensandwich mit nachhaltigem Genuss. Er redet von Dingen, die er angeblich gerne tut, nur um einen zu beeindrucken und lässt man sich tatsächlich davon einlullen und ist in Erwartung dieser, kommt ans Licht, dass er dies eigentlich auch nur in der Theorie gut fand, sich in der Praxis aber so gar nicht mit ihnen anfreunden kann. Ein Beispiel? Küssen: Der Blender schwärmt von lebensverändertem, stundenlangen innigem Speichelaustausch, doch kommt im Endeffekt raus, dass „diese Art der Nähe“ er nicht mag. Tja, da kann man schon in die Bredouille  kommen, wenn man die Wahrheit ein bisschen ausschmückt, um jemanden zu gefallen. Mein Blender hatte ich allerdings schnell durchschaut.

2. Der Jüngere

Hier werden nicht von ein paar Monaten geredet, sondern von gut 4 Jahren die uns trennten. Zwar kommt das noch lange nicht an das Toyboyalter Hollywoods ran, aber dennoch spürte ich eine leichte Milfigkeit in mir, als ich jemanden aus dem Jahrgang 1997 datete. Wenn meine Nichte zwei  Stunden durch das Wohnzimmer turnt, frage ich mich immer, wie man von etwas Pfefferminztee nur so viel Power haben kann. So  ähnlich war es auch bei ihm:  Acht Stunden hartes Handwerk verüben und danach noch auf die Piste und sogar ein längst vergessenes Verhalten meiserseits frönte er: Party UNTER der Woche.  Ich will nach einer geschafften Schicht mich nur noch verkriechen und meine Bettdecke zur Burka zweckenfremden. Obwohl wir noch im selben Jahrzent geboren waren, hatte ich manchal einen kleinen Anflug von Muttergefühlen, denn anstatt „Sexy, was ein Kerl!“ dachte ich mir manchmal mal nur „Awww“ und wollte ihm ein Happy Meal kaufen und das dazugehörige Spielzeug aussuchen. 

Die Reaktionen von Außen waren aber auch ein Grinsen wert:

Ich: „Ich habe etwas mit einem Jüngerem.“

Andere: „Uhm ok? Wieso?“

Er: „Ich hab was mit einer Älteren“

Andere: „Jawohl Bruder!“
3. Der Unkommunikative

Viel gibt es über ihn nicht zu berichten, denn wie schon die Überschrift sagt: Kommunikation ist nicht seine Stärke. Okay, dass nicht jeder ein Mann vieler Worte ist, verstehe ich. Doch normalerweise ist es doch so, dass man für eine Konversation, mit der Person, die man mag kein übergeordnetes Thema brauch. Entweder ergiebt sich dies von selbst oder man labert einfach nur ein bisschen Bockmist zusammen. Nicht so bei ihm. Ich bin zwar kein Fan von Dauerkontakt und nichts lässt meine Libido mehr austrocknen als ein „mmhhh“ oder „?“, wenn einmal keine Antwort kommt, aber so 2-3 Tage Funkstille, weil man einfach „nichts neues“ zu berichten hat, obwohl man sich als Pärchen schimpft, sind dann doch für mich etwas seltsam gewesen. So interessiere ich mich z.B sehr für den Tagesabblauf des anderen und erwarte bei der einfachen Frage „Was gab es zu Mittag?“ kein „Warum willst du das Wissen?“ 

Ne, der Unkomminikative und ich, das war nix. 
4. Der Verurteilende

„Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“ – so sagte es einst ein antiker Lebensmittelchemiker, der Wasser in Wein zu verwandeln wusste. Wir alle haben unsere Leichen im Keller, Entscheidungen getroffen, die nicht von hohem IQ  zeugen ließen und unsere Herzen brechen lassen – wahrscheinlich auch schonmal selbst eines gebrochen. Wenn man sich so am kennenlernen ist, erzählt man natürlich von seinem Erlebten und das nicht jede Entscheidung, die man traf, klug gewählt war. Nun war der Verurteilende so, dass er alles kritisch hinterfragt hat und im Nachhinein einiges aufs schärfste kritisiert hat, als sei er selbst involviert gewesen. Zum Beispiel, dass ich 2016 meinen Job kündigte, ohne bereits einen neuen in Aussicht zu haben. Ja, das war gewagt und fernab jeglicher Vernunft, aber manchmal muss man auch solche Entscheidungen treffen. Bereuen tue ich es nämlich nicht. Ich habe in dieser Zeit übrigens keine Leistung vom Staat, bis auf meine Krankenversicherung bezogen und trotzdem wurde ich nachträglich als Schmarotzerin betitelt. Vielleicht sollte man einfach nur mal zuhören, denn hätte ich meinen Job behalte, hätte ich den Verurteilenden nicht kennengelernt. Dieser Typ Mann hat einen bleibenden negativen Eindruck hinterlassen, denn er hörte kaum richtig zu, wenn er mal von seiner Meinung eingenommen war. Argumente? Unwichtig. Auf ihn kann ich auch in Zuunft gerne verzichten.
5. Der Sexgott

Der Sexgott lies meine Schenkel erzittern und erschwerte meinen aufrechten Gang für die Tage nach unserem Techtelmechtel deutlich – wenn man nach gutem Sex eine rauchen sollte, wäre mein Schlafzimmer zu einer Räucherkammer geworden. Doch außerhalb der waagerechten gab es eigentlich keine Gemeinsamkeiten und so endeten viele Filmabende, bei denen man sich nicht einigen konnte, welche vertonte Bewegtbildmaterial angeschaut wurde, mit Liebesspiel. Nur so schön es auch wäre, lässt sich nicht jede Unstimmigkeit mit Sex lösen. So war es zwar Schade darum, aber ich musste ihn ziehen lassen – möge er eine Frau befriedigen, die seinen Intellekt teilt – wieviel auch immer davon vorhanden ist.
Obwohl ich dieses Jahr 3 Beziehungen und einiges an Dates hatte, die nicht zum gewünschten Ziel führten, nämliche einer glücklichen Beziehung, bin ich dennoch sehr positiv gestimmt, denn es hat mir immer Spaß gemacht, neue Menschen kennenzulernen. Wer weiß, wieviele es 2018 werden – vielleicht ist Nr. 5 oder 14 ja „DER EINE?“

Nina

An den verrückten, versauten Single mit den Tattoos

Neulich bewegte ich mich im World Wide Web zwischen japanischen Tentakelpornos und Yelp Bewertungen für den Snackautomaten an meiner hiesigen S-Bahn Station in einem Singleforum. Da ist mir doch tatsächlich ein Bild ins Auge gesprungen, dass folgenden Text trug:

„Verrückt, versaut, tätowiert und Single“.

Ich habe dazu einige Anmerkungen:

Schon seit geraumer Zeit hat es sich eingebügert, dass bei Selbstbeschreibungen die Adjektive „behindert“, „crazy“, „verrückt“, „einen an der Klatsche“, „nicht ganz normal“, etc. verwendet werden. Bei Nachfragen was die letzte „bescheuerte“ Aktion war, handelt es sich dann um Taten wie knallhart im Burger King nach der Papierkrone fragen oder beim Schimmbadbesuch nicht zwanzig Minuten nach dem Essen gewartet zu haben, bis man wieder ins Wasser ging. Es ist schon schwierig genug eine Selbstbeschreibung zu finden, denn man sieht sich nun mal nicht mit den Augen anderer, aber warum muss es denn etwas sein, dass bei manchen Menschen sogar diagnostiziert ist? Zumal diese Charaktereigenschaften ja auch Auslegungssache sind, für die eine Person ist es verrückt noch 20 Minuten vor Ladenschluss in den Rewe zu gehen, für die andere festzstellen, dass das Haus ihres Dates gar nicht so groß ist wie bei Google Street View. Wo sind die schönen altmodischen Hobbies wie Feuerwehr, Tennisclub und der historische Eisenbahnerverein für osteuropäische Dampfloks aus dem 18. Jahrhundert gebleiben?  Sowas macht dich interessant, aber eine vage Aussage über deinen vermeidlichen Geistesszustand eher nicht. Sorry.

Über den versauten Teil möchte ich gar nicht groß eingehen, aber in Zeiten von 50 Shades ist es ja schon versaut, den BH beim Sex auszuziehen. Auch sexuell hat jeder andere Vorlieben und was du vielleicht als versaut abstempelst ist für andere schnöder Blümchensex. Eigentlich will ich dass auch gar nicht wissen auf was du so stehst, sondern lieber selbst ergründen, aber leider hast du dich mit dieser Angabe noch etwas uninteressanter gemacht.

Nun zu meinem Liebligspunkt: Tätowiert. Wow, ich bin begeistert, hier, nimm meinen Körper und mach mir tintenbedruckte Babies. Soll ich dir einmal was verraten? Der Tätowierer hat das Talent, nicht du. Du hast zwar deinen Körper zur Verfügung gestellt, ein paar Piekser ausgehalten und am Ende ein Bündel Scheinchen dafür hingelegt, aber das war keine große Leistung. Versteh mich nicht falsch, ich bin auch tätowiert, aber es ist nicht wunderlich, dass Bewegungen wie „Tattoofrei – es ist schön keine Tattoos zu haben“ sich großer Beliebtheit  erfreuen, wenn du meinst du bist ein ach so großes Individuum und deine Körperkunst erzählt deine Lebensgeschichte und jeder, der keine Tinte auf sich trägt, ist für dich gleich ein Spießer. Natürlich weiß ich, dass dies Satire ist, aber auch diese hat einen Ursprung. Du kannst auch ruhig stolz auf deine Tattoos sein, aber definiere dich doch nicht über Kunst (fraglich bei chinesischen Schriftzeihen und „Live.Love.Laugh.“ Schriftzügen) die ein anderer auf dir fabriziert hat. Du hast nämlich nichts dafür getan, außer das Geld dafür zu zahlen und eine Woche keine Wasser an die Stellen kommen zu lassen.

Ich habe da ein paar Verbesserungsvorschläge für die nächsten Sprüchebilder für dich, vielleicht klappt es ja damit:

„Tierlieb, unbefristet vollzeitbeschäftigt & schöne Zähne“

„Vielgereist, sportbegeistert & Hobbykoch“

„Alleinerziehend, Literaturaffin und gepflegtes Aussehen“