Als die Romantik starb

 

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Aus den Filmen jenseits der Jahrtausendwende ist sie einigen noch schleierhaft bekannt: Echte Romantik. Was heute Netflix & Chill ist, war einmal ein Abend zu Zweit, an dem die eine Person das Lieblingsessen der anderen kredenzte, die Bekochende dabei am Tresen der Küche saß, ein bisschen Wein nippt und ab und zu einen hölzernen Kochlöffel unter die Nase gehalten bekam, um die grandiose Soße zu riechen oder zu probieren. Danach wurde an einem gedeckten Tisch gegessen – eine Kerze flackerte zwischen den beiden. Für den weiteren Verlauf des Abends gab es viele Variationen: Ein gemeinsames Bad, danach Kuscheln vorm Kamin in Bademänteln, im Hintergrund läuft Jazz und man machte das Tier mit zwei Rücken auf einem Bärenfell. Schade um den Rotwein in gigantischen Burgundergläsern, denn man dabei eventuell verschüttete.

Heute ist das alles kitschig. Die Romantik ist tot. Was sie uns hinterlassen hat, ist kaum der Rede wert.

Wahrscheinlich starb sie, als das erste Schwanzbild mit einer Digitalkamera aufgenommen wurde, in einer Windeseile von 30 Minuten von der SD Karte kopiert wurde und keine Stunde später bei jemandem im MSN-Postfach lag. Als dieses Verhalten salonfähig wurde, legte sich Amor freiwillig auf die Pritsche und schob sich in das Krematorium.

Blumen – einst eine schöne Geste von dem Mann an die Frau. Heute wird ein solches Geschenk todanalysiert: Hat er was zu verbegergen, was angestellt, ist er fremdgegangen? Warum schenkt er etwas vergängliches? Ist es ein Sinnbild unserer Beziehung? Eine Halskette, die währt ewig – Blumen höchstens 1-2 Wochen – was soll das? Wieso können wir uns nicht mehr über diese kleine Aufmerksamkeit freuen? Alles ist vergänglich – nichts währt ewig: Ob es eine Ehe, die erst mit Eintreffen des Todes geschieden wird ist, eine Langzeitbeziehung nach mehreren Jahren in die Brüche geht oder ein paar Blumen – Vergänglichkeit hat einen schlechten Ruf, ist aber eigentlich nicht zu vermeiden.

Ein weiteres Indiz für das Ableben der Romantik ist der Valentinstag: Dieses Jahr am 14. Februar und auch schon die Tage davor häuften sich die Antivalentinstagsposts in den Netzwerken. Jeder Beschwerte sich über den Tag – selbst Vergebene. Natürlich teile ich die Ansicht auch, dass wenn man sich liebt dies auch regelmäßig zeigt – aber ein kleiner extra Tag bringt doch keinen um.

Und gibt es eigentlich noch Liebesbriefe? Ich rede nicht von Smileys mit Herzchenaugen, sondern hangeschriebene Liebesbekundungen, in denen man beschreibt, wie und warum man jemanden toll findet. Vielleicht noch mit einem Lippenstiftabdruck, dem Geruch des eigenen Parfüms und eine Flasche von die Bier, die so schön hat geprickelt in meinem Bauchnabel.

Es müssen ja nicht gleich die Rosenblätter auf dem Bett sein – aber eine Kerze anzumachen (und diese nicht nur für Fetischsachen zu verwenden) anstatt auf dem Tablet Youtubelagerfeuer laufen zu lassen, bist der Akku erschöpft ist, ist schön und leider eine echte Rarität in einer Datingwelt, in der Liebesbekundungen via Facebookmarkierungen normal sind und Zuneigung bekundet wird, indem man ein gemeinsames Foto auf Instagram hochlädt.

Nina

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Einfach machen! Leichter gesagt als getan!

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Heute gibt es einen Gastbericht von Miss Lisbeth (http://www.misslisbeth.de/). Die 31-Jährige aus Unna hat so ihre Schwierigkeiten als Single. Vorallem wenn man schüchtern ist, gestaltet sich das Kennenlernen von Männern recht schwierig. Für mich berichtet sie von ihren Erfahrungen:

 „Genieß dein Singleleben“, haben sie gesagt. Oder genauso „der Richtige wird schon noch kommen“.

Ich fragte mich still und heimlich, ob er auf einem weißen Schimmel angeritten kommt, oder wie jetzt? Das Singleleben ist heutzutage nicht wirklich einfach. Und das obwohl es mittlerweile so einige Dating-Apps gibt, welche vielversprechend sind. Aber eigentlich oftmals nur auf den ersten Blick oder Klick. Eigentlich finde ich, sind diese Dating-Apps eine gute Erfindung. Auch wenn sie viele für verrucht empfinden. Oder behaupten, dort seien bloß Idioten und kranke Menschen drin. Wahrscheinlich haben sie selbst einfach noch nie jemanden dort kennengelernt und können deshalb dies super behaupten. Aber für z.B. schüchterne Menschen, wie mich, sind diese Dating-Apps vom Vorteil. Man gerät doch ziemlich schnell mit anderen Menschen in Kontakt. Natürlich ist nicht immer gleich „die große Liebe“ dabei. Oder man findet sie nicht auf Anhieb. Manchmal braucht es auch eine gewisse Zeit, bis man dort jemanden „findet“, mit dem man auch in Kontakt kommt. Bei Tinder kann man erst mit jemanden in Kontakt richtig treten, wenn man ein Match zusammen hat (d.h. man liked sich gegenseitig) und dann kann man miteinander schreiben. Diese Aufmachung finde ich sehr gut, so kann ich nicht von jedem x-beliebigen angeschrieben werden und suche mir die Männer sozusagen selbst aus. Natürlich gibt es auch diese typischen „Match-Sammler“, welche nicht auf eine Nachricht antworten. Wahrscheinlich nutzen sie dann die App als Ego.

In der Online-Datingwelt ist es sicherlich einfacher jemanden anzusprechen und kennenzulernen, als wenn man jetzt irgendwo hingeht und jemanden direkt ansprechen müsste um denjenigen kennenzulernen. Anfangs bin ich doch ein ziemlich recht schüchterner und auch noch zurückhaltender Mensch, aber wenn man mich dann besser kennenlernt, blühe ich mit der Zeit auf. Es fällt mir schwer auf Menschen zuzugehen, sie anzusprechen. Hin und wieder gehe ich mit meiner besten Freundin, wie an diesem vergangenen Wochenende. Dort war z.B. ein gut aussehender Typ, welchen ich eigentlich schon gerne näher kennengelernt hätte. Wir haben eher nebeneinander als miteinander getanzt und zwischendurch haben sich unsere Blicke getroffen. Ab und an blinzelte er zu mir herüber bzw. eher herunter und lächelte süß dabei. Meine beste Freundin „schubste“ mich leicht zu ihm. Ihn störte es scheinbar nicht. Nun ja, als ich fast meinen ganzen Mut zusammen nehmen wollte um ihn anzusprechen, entschied er sich mit seinem Kumpel etwas trinken zu gehen. Danach habe ich ihn leider nicht mehr gesehen.

Manchmal bin ich noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen, indem die Emanzipation lebt und habe oftmals einfach die Hoffnung, dass der Typ selbst den ersten Schritt macht. Wobei ich auch nichts dagegen habe, als Frau jemanden anzusprechen. Nur meine Schüchternheit steht mir im Wege. Ich weiß, dass ich ein bisschen anders auf die Menschen wirke. Merke ihre Blicke. Doch ich hatte auch schon meine Beziehungen, in welchen die Männer kein Problem mit meinem vielleicht etwas anders wirkenden Erscheinungsbild haben. Auf dem ersten Blick sehe ich vielleicht normal aus, auf dem zweiten weniger. Außerdem kann man mein Alter auch leider nicht einschätzen. Aber jemanden selbst anzusprechen fällt mir doch sehr schwer. Natürlich weiß ich, dass mir niemand den Kopf dafür abreißen würde. Nur bekommt auch niemand gerne einen Korb.

Auch im Berufsleben ist es für mich manchmal schwierig auf die Menschen bzw. gerade Männer, zuzugehen. Vor allem wenn sie doch recht attraktiv sind und ich sie insgeheim gerne näher kennenlernen würde. Doch ich glaube, auch davon schrecken viele oftmals zurück, so nach dem Motto „Don´t fuck the enemy“. Wobei es ja hierbei nicht gleich um Sex geht. Und eigentlich ist doch gerade der Arbeitsplatz selbst die beste Möglichkeit den Partner kennenzulernen. Doch wie stellt man dies an? Auf privaten Partys, bei Betriebsfesten oder Weihnachtsfeier? Schreibt man demjenigen, den man toll findet eine E-Mail nach dem Motto „lass uns doch mal gemütlich einen Kaffee in der Mensa trinken gehen“? Wie ihr merkt, würde es daran schon mal bei mir scheitern, wo andere vielleicht einfach auf die anderen zugeht, ganz normal anspricht und man ein Kaffee-Date miteinander ausmacht. Da wird mir die Schüchternheit zum Verhängnis. Gerade in der heutigen Zeit, wo man bei kaum jemand sicher sein kann, möchte er dasselbe wie ich – eine Beziehung die bestenfalls für immer hält? Ist er der Richtige / ist sie die Richtige für mich? Wie viele Ehen scheitern mittlerweile? Jedes dritte Ehepaar trennt sich irgendwann. Weil sie merken, okay, so kann das auf die Dauer nicht funktionieren. Laut einem faz.net-Artikel aus dem Jahre 2016 heißt es zwar, dass die Zahl der Ehescheidungen sei zwar in Deutschland ein wenig gesunken, aber diese beläuft sich immer noch auf 163.335 Ehescheidungen. Natürlich kann man sich nie sicher sein, aber gerade bei Menschen, welche sowieso schüchtern und unsicher sind, ist es nochmals eine schwierigere Tortur Vertrauen aufzubauen.

Aber wie ich persönlich finde, erleichtern dies die Online-Datingapps nicht unbedingt, weil man dann trotzdem öfters Bedenken haben könnte, hat er die Dating-App, in welcher wir uns kennengelernt haben auch wirklich gelöscht oder swipt er immer noch nach rechts oder links? Ich hoffe doch sehr, dass wenn man einen netten Menschen kennengelernt hat, irgendwann richtig vertrauen und darauf hoffen kann, einen ehrlichen und treuen Menschen an seiner Seite gefunden zu haben. Einen Menschen, der dir die Ängste nimmt und an deiner Seite bleibt, auch wenn es schwierig ist. Dir das Gefühl gibt, dass du die einzige Person in seinem Liebesleben bist. Das du deine Schüchternheit endlich ablegen kannst und Vertrauen aufbaust und dich sicher fühlst.

Noch lautet mein Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Und mein Glauben an die Liebe ist auch noch vorhanden.

 

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Alleine unter Bloggern – ein Gastbericht

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Letzten Dienstag trafen sich 5 Frankfurt Blogger zum Bloggerstammtisch – für mich war es das erste Mal und auch für meinen Gastautor Antonius, der so nett war ein paar Zeilen zusammen zu fassen:

Soja ist geduldig.
Auch wenn das so gesagt wurde, soll das nicht der prägendste Satz des Abends gewesen sein. In einer kleinen Runde von am Schluss 5 Leuten haben wir uns letzten Dienstag im Wir Komplizen getroffen. Sehr gutes Bier, die Cola Light kann ich nicht beurteilen.
Letztendlich war die Besetzung zwar ein bisschen zu klein, um das Gefühl zu bekommen, wir hätten eine Agenda. Aber Gleichgesinnte zu treffen, die schon einige Schritte weiter sind als ich und sich einen Namen in der Szene gemacht haben, hat mich mit mit einer Perspektive nach Hause gehen lassen.
Zum Stammtisch bin ich gegangen, bevor meine Website überhaupt fertig war (und ist), aber ich dachte, warum soll ich die Frankfurter Blogger nicht rückwärts kennenlernen? Statt zu lesen und dann zu sehen, wer dahintersteckt, ging es erst um die Person dahinter, danach um die Inhalte. Ich bin jetzt jedenfalls motiviert, mit den anderen gleichzuziehen und anzufangen.
Das Fazit zum Abend ist: alle saunett! Ich freue mich aufs nächste Mal. Vielleicht überschreiten wir die kritische Masse und haben mehr Teilnehmer, ich hoffe das Beste!

 

 

Mit dabei waren unter anderem:

https://lydiaswelt.wordpress.com/

Und mein Frankfurter Pflegepate und Kurator des ganzen, Matze von Mainrausch:

https://mainrausch.de/

 

 

Der seltsame Kack-Spirit des männlichen Geschlechtes

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Ich bin jetzt seit ca. 2 Wochen in einer Umschulung, da ich quasi die Branche wechsele und einen Quereinstieg wage. Was dies ist, spielt keine so große Rolle, aber eines steht fest: Ich bin die jüngste und einzige Frau in meinem Kurs. Ich habe eigentlich kein Problem mit dem Kumpelinadasein, denn oft sind mir Frauen selbst zu zickig und divenhaft. Was ich aber nach 16 Tagen alleine unter Männer (Die Trainer/Lehrer sind auch männlich) nicht verstehe, ist:

Warum ist für Männer kacken ein Event?

Körperausscheidungen: Wir alle haben sie (naja, Kim Jong-un angeblich nicht). Sie gehören zu unserem Grundbedürfnis, denn was rein will muss auch irgendwie wieder raus. Zwar gibts es die Fraktion Frauen, die stets behauptet, sie mache nie groß, sondern „Pupsen nur Einhornglitzer“, aber die Wahrheit ist eine Andere. Dennoch möchte ich natürlich keinem die Illusion von Regenbogenfürzen rauben.  Ist auch nicht so wichtig, wer seine Verdauungsaktivitäten verleumdet oder nicht, aber eines steht fest:

Männer würden dies nie tun.

Sie zelebrieren den täglichen Klogang. Dabei ist es egal, ob man gerade auf einer Raststätte zwischen Kassel und Göttingen ist und man solange auf der Schüssel verbringt, bis sich die Sanifairklobrille gleich von selbst dreht und die Freundin in der Kälte wartet, weil das Auto noch abgeschlossen ist.

Die Männer in meinem Kurs haben sich alle richtig gefreut, als die Serviceeinrichtungen (auch WC genannt) am neuen Arbeitsplatz besprochen wurden. Die Toilette war das Highlight von einigen Schulstunden und mir verging derweil immer mehr Appetit auf mein Nougatcroissant.

Männer kacken nicht. Sie zelebrieren.

Oft muss das Geschäft vor Kumpels und dem restlichen Trupp  groß angekündigt werden: „Ich schnappe mir jetzt eine Zeitschrift/das Smartphone/den Gameboy, danach solltet ihr das Bad meiden.“ Auch die Livedokumentation darf hier nicht außer acht gelassen werden: In die Whatsappgruppe des Vertrauens wird ein Bild mit runtergelassener Hose gepostet, auf dem zu ahnen ist was abgeht so hintenrum. Bestärkt wird dies von verbalen Ergüssen wie:

„Mein Stuhl war so seltsam gekringelt geformt, es hat fast meine Eier berührt!“

„Ich hab mich davor und danach gewogen, ein Unterschied von 300g!“

„Ich war so stolz darauf, fast hätte ich ein Foto gemacht!“

Frauen lesen ihr Horoskop. Männer Freuen sich über Klo mit Podest, da sie ihr Werk dann in Ruhe begutachten können und deuten ihre Zukunft anhand der Konsistenz ihrer Fäkalien.

Wenn mein bester Freund mir drei Emojis (Geldschein, Daumen nach oben und Klo) schickt, ist dies übrigens das Zeichen, dass er gerade auf der Arbeit groß macht. Fürs Kacken bezahlt werden, das ist der Highscore der Männlichkeit. Testosteronlastiger ist nur das Müsli bei einem Bodybuilderinnenwettbewerb.

Woher kommt dieses Bedürfnis des männlichen Geschlechtes, ihre Darmaktivitäten mit gleichgeschlechtlichen Genossen zu teilen? Nun ja, es ist nur eine Theorie, aber: Männer können keine Babies kriegen. Zumindest nicht auf natürliche Weise. Sie scheinen aber trotzdem große Sehnsucht nach einem Geburtserlebnis zu haben und einen abseilen kommt dem am nächsten, oder wieso tragen sonst einige T-Shirts mit dem Motiv „I love kacken“?

 

Ninamyte

Männer – die neue Generation Dramaqueens?

Wenn Männer ihre Meinung sagen, dann sind sie stark, männlich, das Testosteron strömt von den Eiern direkt auf die Zunge und das Alphatier spricht.

Wenn Frauen dies tun, sind sie in erster Linie eines: Zickig.

So geschehen mehrmals diese Woche:

Vielleicht haben es einige schon mitgekriegt: Ich bin umgezogen und habe in einen Beruf gewechselt, der für mich branchenfremd ist. Unheimlich stolz bin ich darauf, diesen Schritt gewagt zu haben. Es gab diesen Bekannten, mit dem ich mich darüber unterhielt. Doch er schmetterte Frankfurt, in das ich mich gerade verknallte, nieder und auch an meinem neuen Beruf ließ er kein gutes Haar: „Das ist doch kinderleicht, die Arbeitszeiten sind scheiße und ein Bekannter von mir macht das auch und deswegen kann ich nur davon abraten.“ Ich dachte „Fick dich“, aber ich schrieb „Wenn du meinst.“ Als Antwort bekam ich ein ein „Wow, bist du heute zickig“. Ich hingegen antwortete nichts mehr.

Generell ist mir aufgefallen, das ich in meinem näheren Umfeld eigentlich mehr männliche Dramaqueens habe als weibliche: Mein bester Freund zum Beispiel verlässt gerne mal ohne ein Wort zu sagen die Bar oder Sauna und man erfährt dies erst, wenn man sich wundert, das er vom Rauchen nicht mehr wieder kommt. Oder auch dieser Typ, der mir immer sein Herz ausschüttet und seinen Datingfrust erklärt, aber sobald ich sagen ich finde eine gewisse Person süß, völlig ausrastet. Ich kann mich irren, aber ich meine das ich früher weniger mit männlichen Zicken zutun hatte.

Gefühlsfreiheit für alle, auch Männer dürfen ihren Emtionen freien Lauf lassen, aber ich komme nicht um die Frage herum:

Wann wurden Männer die größeren Dramaqueens als Frauen?

Oder liegt es vielleicht an mir?  Ich bin eine gute Zuhörerin und die bekannte Singlefrau, die die besten Beziehungsratschläge gibt. Das lädt viele dazu ein, ihre Emotionen nicht herunterzuschlucken und den freiwerdenen Gefühlen Genehmigung für den Freiflug der Empörungen zu geben. Das beantwortet aber leider immernoch nicht meine Frage, von wo die Welle der männlichen Diven herströmt.

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Ich finde keine Antwort, warum dies so ist. Auch nach dem dritten Kaffee und eifrig Löcher ins leere Starren kann ich mir es nur so erklären, dass meine ruhige Persönlichkeit heimlich nach einem Gegenpol schreit, der diese Gelassenheit in mir ausgleicht. Ich kann mit den männlichen Zicken auch gut Leben, man gewöhnt sich irgendwann daran und vielleicht gleichen sie damit das fehlende Dramagen bei meinen Freundinnen aus, die selbst ziemlich ruhig sind. Mein bester Freund wäre nicht mein bester Freund wenn er nicht regelmäßige Mental-Breakdowns hätte, bei denen ich meatphorisch Händchen halte.

Ein wenig Drama brauchen wir doch alle, egal von welchem Geschlecht es ausgeht, oder?

 

Ninamyte

ficki

 

Ab wann darf man jemanden blockieren?

Das digitale Zeitalter ist unheimlich praktisch, aber auch genauso nervig. Die ständige Verfügbarkeit ist für nicht Wenige eine bedingungslose Grundvorrausetzung für ein gemeinsames Zusammensein. Das ist nicht nur ein Flirtkiller, sonder trocknet auch die weibliche Libido aus.

Auf der anderen Seite gibt es da unglaublich nützliche Features, die uns das Miteinander-vernetzt-sein bieten: Neulich z.B., wurde ich zum Essen eingeladen. Von einer Person, die mehrere hundert Kilometer von mir entfernt war. Ich durfte mir in der Versorgungsdienstleistungsapp meines Vertrauens etwas aussuchen und er bezahlte dies via Paypal. So geht Dinnerdate 2.0, die Romantik rief daraufhin an und fragte ob sie sich erhängen soll. Ich bin allerdings leicht beinflussbar wenn ich hungrig bin und so sah ich nach einer Frühingsrolle und einer Portion gebratenem Reis mit Hähnchen und einem gefühltem Liter Sojasoße (Ich liebe Sojasoße) auf mein Handy. Auf eine nicht beantwortete Nachricht folgte ein „Mhhh“, „???“ und ein „Hey“ der schreibenden Person (nicht die, welche mein Essen zahlte).  Ich hasse so etwas und frage mich, wann es sich in der Gesellschaft etabliert hat, rund um die Uhr erreichbar zu sein. War es in den 90iger mit der Einführung des Handys? Oder in den späten 2000ern, als die Smartphones langsam Einzug hielten?

 

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Ich schaue gerne Sitcoms, die in New York spielen: How i met your mother, Friends und natürlich auch Sex and the City. In jeder dieser Serie bekommst du eine Datingweißheit mit: Warte drei Tage nach Erhalt einer Nummer, bis du dich meldest. Heute wäre das schier undenkbar.

Heute steht uns allerdings ein Werkzeug zur Verfügung, welches bei störenden Nachrichten schnell Abhilfe schaft: Die Blockierfunktion. Mit einem Klick oder Fingertyp können wir die Verbinfung zu einer Person kappen und sie aus unserem Leben rausschmeißen.

Aber wann ist es aber okay, jemanden zu blockieren?

Bevor man jemanden blockiert, sollte ein Austausch mit der Person stattfinden. Ruhig sagen, dass man sich bedrängt fühlt und schon noch Antwortet, wenn einem danach ist. Manchmal lese ich Nachrichten, antworte aber nicht, weil mir gerade nicht nach einem Gespräch ist. Ist der/die nervtötende nicht gerade jemand, den man im Alltag brauch, wie z.B. Familienmitglieder oder Arbeitskollegen und hört diese Person nicht auf zu nerven, dann: Go for it.

Es ist jederzeit vollkommen legitim, den Expartner zu blocken, sofern man nichts mehr zu klären hat. Man tut sich keinen Gefallen, wenn man Kontakt mit dem Ex hält, auch wenn die Beziehung noch so „freundschaftlich“ ist.

Was man eher unterlassen sollte wäre das Blockieren nach einer Meinungsverschiedenheit. Oft handelt man aus Wut und Ärger und sieht erst später seinen Fehler ein, durch schnelles blockieren geht vielleicht auch eine Entschulding flöten. Man kann sich ja aus der Diskussion ausklinken, aber Blockieren als Kurzschlussreaktion? Nicht gut.

Generell sollte man sich bevor man erwägt eine Person zu blockieren, warum man dies tut und ob man wirklich einen Kontaktabbruch möchte. Man kann einer Person nämlich auch ganz schön wehtun, wenn man sie ins digitale Nirvana sendet. Falls man diesen Fehler doch machte und bereut – es gibt ja immernoch die Entblockierfunktion 😉

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Ninamyte

 

 

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Tinder, Lovoo & Co: Darum bekommst du keine Antwort

Eigentlich hatte ich diverse Flirtapps von meinem mobilen Kommunikationsgerät verbannt, denn in 1 1/2 Jahren hatte sich genau ein Treffen ergeben. Diese Person ist heute ein guter Freund von mir, mehr gaben die Datingprogramme aber auch nicht her.

Aber ich wohne jetzt in einer Großstadt und da die App sich schon im Saarland überschlug, wenn man mal in die Landeshauptstadt fuhr, war es einfach zu verlockend und ich konnte der Versuchung nicht wiederstehen.

Von vielen männlichen Freunden und auch von Männern, mit denen mich im Netz unterhalte, kommt oft die Aussage, „dass sowieso keine Antwortet“. Ich frage mich wieso, denn die meisten Kerle in meinem Umfeld sind ganz okay singlemarkttechnisch und so habe ich mal überlegt, wie man mich antexten muss, damit ich antworte. Dieser Beitrag richtet sich also an alle verzweifelten Männer in der Onlinewelt, die sich wundern, warum sie selten/nie eine Antwort bekommen.

Frauen machen gerne einen auf Emanzipiert, aber beim Flirten stehen sie auf die alte Schule: Da soll der Mann schon der ersten Schritt machen.

Das Profilbild

Seien wir ehrlich, nur Menschen, die sich selbst für häßlich halten hauen so Sätze wie „Mir ist nur der Charackter wichtig“ raus. Ich sage deswegen so, da ich natürlich finde das häßlich/schön im Auge des Betrachters liegt und Menschen, die ich atraktiv finde, bei anderen einen Würgereiz auslösen können.

Ein paar einfache Tipps für dein Profilbild:

Das Bild an sich sollte dich zeigen und nicht dein Auto, Fußballverein, Meme oder ein Tier zeigen. Es kann ja sein, das du etwas anonym bleiben willst, aber dann rate ich von dem Gebrauch einer solchen App generell ab. Man denkt autoatisch, du hast was zu verbergen oder siehst ganz, ganz übel aus.

Zieh dir was an. Oben ohne Selfies kannst du ja in deine Fitnesswhatsappgruppe schicken, aber sowas will ich nicht sehen. Egal ob Sixpack oder nicht, es erweckt den Eindruck, als möchtest du nur mit deinem Körper punkten und wir Frauen erkunden gerne selbst, was unter einem Shirt ist. Außerdem kriegst du es an die Nieren, mein Kind.

Ein Gruppenbild.: Viel ist dazu nicht zu schreiben, aber wenn mehrere auf dem Bild sind wissen wir natürlich nicht wer du bist und immerhin will man wissen, wer einem geschrieben hat.

Unvorteilhafte Bilder: Okay, hier ist der Geschmack wieder diskutabel und auch wenn nicht jeder das neuste iPhone mit ultrahochauflösender Kamera besitzt, ist es nicht so schwer ein einigermaßen gescheites Selfie hinzukriegen. Übrigens sieht schräg von unten nur bei Penisbildern gut aus, bei einem Gesicht generiert dieser Winkel in windeseile ein Doppelkinn.

Kinder & Tiere: Ich bin keine Kinderhasserin. Ich habe zwar keine, aber ich liebe meine Nichte und eines ihrer ersten Worte war sogar mein Name. Nun finde ich einen Mann, der bereits Kinder hat, etwas abschreckend: Ich bin 24. Ich möchte irgendwann meine eigene Familie gründen und ein bereits vorhandes Kind stört diese Vorstellung etwas. Ich sage nicht, das Männer mit Kind ein No-Go sind, aber wenn das erste Bild schon jemanden mit Kind zeigt, kann das schon ein Grund für eine Nichtbeantwortung der Anfrage sein. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass alleinerziehende Frauen da wieder anders denken. Vielleicht habe ich als Scheidungskind auch einfach nur einen Knacks davon getragen. Bei Tieren ist es anders: Ein süßer Fellknäul findet eigentlich fast jede Frau toll, egal ob Katze, Hund oder Pinguin (die haben Fell, es sieht nur nicht so plüschig aus, da es meistens nass ist!). Wenn du aber NUR Bilder mit deinen flauschigen Weggefährten reingestellt hast, wirkt es oft, als würdest du dich nur über diese profilieren wollen, immerhin weiß jeder das Haustiere DER Flirtmagnet schlechthin sind.

Das Fitnessfoto: Vielleicht liegt es daran, dass ich unglaublich unsportlich bin, aber Gymfoto haben für mich was…seltsames. Im Fitnessstudio sollte man sich auspowern und alles geben und danach auch dementsprechend aussehen. Also wenn ich Sport mache, dann tropfe ich aus allen Körperöffnungen und sehe nicht begeherenswert aus. Wenn du dann noch den Nerv hast, ein Selfie zu machen und dabei deine Haut trockener als der Humor des gruseligen  Onkels auf der letzten Familienfeier ist, wirkt es als ob du nur zum Posen ins Fitti gehst.

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Das Anschreiben

Klingt ein bisschen nach Bewerbung und in der Tat bewirbt man sich ja bei einer Person um deren Aufmerksamkeit. Der Hobbymarketingmensch in mir denkt dabei sofort an das AIDA Prinzip: Attention, Interest, Desire, Action.

Eine Nachricht soll Interesse wecken und uns dazu animieren, zu Antworten. Ein „Hi“, „Hey“ und „Na Süße“ erfüllt diesen Zweck leider nicht. Auch direkte Fragen zur Person ala „Wie alt bist du?“, „Woher kommst du?“ und „Bock zu Ficken?“ sugerieren uns mangelnde Mühe um in ein Gespräch zu kommen. Man sollte kurz schreiben, warum man die Person angeschrieben hat und sich auch vorstellen, aber vielleicht dabei seine Lebensgeschichte außer Acht lassen. Auch Mimimistories möchte keine Lesen, denn dies vermittelt mangelndes Selbstbewusstsein. Mit Komplimenten sollte man auch vorsichtig sein. Natürlich kann man etwas positives mit in den Text reinstreuen, die Grenze zwischen zuviel verläuft aber schwammig und schnell erscheint die Nachricht zu schleimig. Auch auf Copy & Past sollte man verzichten, denn oft ist rauslesbar das diese Nachricht nicht zum ersten mal verschickt wird und viele Frauen sind untereinander vernetzt und man tratscht eben 😉

„Hallo Nina. Ich bin Felix, 32 und habe dein Profil gesehen und muss sagen, es hat mich neugierig gemacht, wer dahinter steckt. Hattest du einen guten Wochenstart? Es würde mich echt freuen, von dir zu lesen.“

Das ist z.B. ein Text, auf den ich antwortete würde.

Der Profiltext

Knallhart gesagt aber: Fast niemand liest ihn. Man kann bei einer App, die so oberflächlich ist, dass man Leuten die einen nicht gefallen einfach wegwischen kann nicht erwarten, das Leute sich für das Geschriebene interessieren. Ich habe in meinem auch nur stehen, dass ich neu in der Stadt bin, mein Alter und das mich die Frage „Was suchst du“ nervt. Für den seltenen Fall, dass doch mal jemand reinschaut, vielleicht nicht Texte wie „Ich find hier eh keine“ oder „Gibt es noch Frauen, die es ernst meinen?“ ins Profil schreiben. Das wirkt wieder verzweifelt.

 

Und wie geht`s weiter? Da schreibt ihr ewig miteinander und dann geht doch nichts? Das passiert dir mit diesen Tipps hier garantiert nicht mehr:

 

Der Tinder Sexguide

 

Abschließend ist noch zu sagen:

Trotz dieser Tipps kann es natürlich sein, dass du trotzdem keine Antwort bekommst, da die angeschrieben Person einfach nicht auf dich steht. Da kann auch ein kreativer Text und ein süßes Profilfoto nicht viel machen.

 

 

 

 

 

Ninamyte

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