Wilkommen in der Fuckzone

Ich kannte mal einen, der kannte einen – und mit dessen Cousin hatte ich dann was.

Da Menschen, mit denen ich ständig in Kontakt stehe und auch potenzielle Dates, die meinen Blog hier kennen, in ständiger Angst Leben hier erwähnt zu werden, geben wir dem Protagonisten des heutigen Atikels einen Spitznamen, sonst wird es mit den ganzen Umschreibungen und Synonymen zu anstrengend. Nennen wir ihn also Lars.

Lars und ich lernten und bei einem Dorffest kennen. Er war lustig, wir flirteten, bald wurden auch schon Nummern ausgetauscht und ein paar Tage später verabredeten wir uns zu einem Date. Dies sagte er dann allerdings ab. Kein Vorwurf, ich habe auch schon Dates abgesagt, manchmal weil wirklich etwas war, oft aber auch weil ich zu bequem war meine Haare zu glätten. Unsere Oma haben wir alle lieb, deswegen ist sie perfekt für Ausreden. „Ich kann leider nicht, meine Oma ist gestürzt und liegt im Krankenhaus.“

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Nun gut. Meine Oma ist auch schon gestürzt und natürlich habe ich ihr dann Nachthemden und Kulturbeutel gebracht, ein bisschen auf dem unbequemen Stuhl neben ihrem Bett gesessen und ihr unten im Krankenhauskiosk eine Ausgabe der Bunte gekauft, aber sicher nicht um 21.00 Uhr Abends, zu jenem Zeitpunkt, an dem das Date stattfinden sollte.

Ich meldete mich danach nicht mehr, da ich die Krankenhausausrede für ziemlich unglaubwürdig hielt und auch er machte keine Anstalten, einen Nachholtermin zu finden.

Einige Zeit später traf ich erneut auf Lars. Es war dunkel in der Bar, ich war gut gelaunt und da er mir eigentlich nichts getan hatte und ich ihn immernoch recht sexy fand, nahm ich die Einladug, mit ihm nach Hause zu gehen, an.  Es begann mit dem obligatorischen Film, von dem man die 2.  Hälfte Dank Knutscherei & Ringelpiez mit Anfassen nichts mehr mitbekam. Er bot mir sogar an, über Nacht zu bleiben, allerdings lehnte ich ab, da ich am nächsten Morgen früh raus musste.

Die Tage darauf tat ich etwas frauentypisches: Ich meldete mich nicht, da ich wartete, bis er sich meldete. Aber er tat es nicht.

Einige Wochen später laß ich dann docht eine Nachricht von ihm auf meinem Bildschirm: „Hey, Süße, heute Abend schon etwas vor? Komm doch ein bisschen zu mir“.

Ich versuchte, ihn in ein Gespräch zu verwickeln: Wie es ihm und Omi geht wollte ich wissen, an irgendeinem Punkt versuchte ich sogar, etwas Politik in die Konversation zu bringen, aber es brachte nichts, er driftete bei jedem meiner Sätze ab und schaffte es, sie in etwas sexuelles zu verwandeln.

Dann wurde es mir klar, dieser Kerl hatte überhaupt kein Interesse an mir als Person, sondern nur an dem Sex mit mir.

Das hier war etwas völlig neues, noch nie Dagewesenes: Die Fuckzone

Es gibt viele Arten von Zusammenspiel zwischen zwei Personen: Die Friendzone, Freundschaft Plus, Affären, offene Beziehungen, Beziehungen, One-Night-Stands und nun kam die Fuckzone dazu. Eine Zone, in der zivilisierte Gespräche nicht möglich sind und auch ein Zusammentreffen außerhalb einer Liegemöglichkeit ausgeschlossen sind.

Während in der Friendzone einer mehr Gefühle für die andere Person hegt, man bei Freundschaft + Freizeitaktivitäten und Sex verbindet, man bei Affären auch Zeit zusammenverbringt und Geschlechtsverehr den primären Stellenwert hat, geht es bei der Fuckzone nur ums Rein-und-Raus. Gesellschaftliche Konventionen werden auf den Scheiterhaufen gelegt.

Darauf hatte ich ja so gar keinen Bock und schnell verschwand Lars wieder aus meinem Liebesleben, denn ein Altes Sprichwort, welches bestimmt auch schon meine Omi kannte, besagt:

„Wer ficken will, muss freundlich sein“.

Ninamyte

ficki

 

 

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Von Dingen, die einen versauen

Im Oktober letzten Jahres nahm ich die obligatorischen Geburtstagscheinchen in die Hand und ging zum Friseur. Nicht zu irgendeinem, nein, dem Trendfriseur in der Stadt und ich sollte auch nicht enttäuscht werden. Zwar saß ich 6 Stunden auf dem Stuhl mit einem häßlichen Plastikumhang, aber als meine Haarshneidefee bemerkte, dass mein Bauch grummelte, bot sie mir an, Döner oder Pizza in den Laden zu bestellen, weil sie wusste, es dauert noch etwas. Ab da verlor ich mein Herz, obwohl mein Kopf noch von circa 40 Quadratmeter Alufolie bedeckt wurde und das Endergebnis noch in der Ferne lag. Als dann mein Handy piepste, weil der Akku knapp war und mir ein Ladekabel gereicht wurde, war ich entzückt.  Die Frisur war erstaunlich und ich war verknallt, bis ich bezahlte. Qualität hat ihren Preis, dies ist mir durchaus bewusst, aber soviel hatte ich zuvor noch nie in die Hand genommen für einen Haarschnitt und etwas Farbe. Zuerst erst war ich geblendet von der Schönheit meiner Haare, doch dann kam aber auch die Ernüchterung: Ich kann nie wieder zu einem anderen Friseur gehen, ich kann aber auch nicht immer soviel Schotter verbraten. So sitze ich gerade mit einer renovierungsbedürftigen Frise vor meinem Lapatop und kristisiere die Spiegelung meiner Haare, welche ich im Bildschirm sehe. Es könnte so schön sein.

Mein Vater lud letztens zu einem Vater-Töchter Tag. Das war superschön, wir gingen shoppen, Papa bezahlte, was trinken, wieder shoppen und so wiederholte sich der Ablauf einen ganzen Tag lang, bis wir in einer Pizzeria landeten. Ich habe schon vieles davon gehört und ich war sogar schonmal da, aber da war ich so geistesabwesend und bestellte einen Salat. Diesmal wagte ich mich an das Erlebnis gebackener Teigfladen mit Tomatensugo und gegärtem Milchprodukt. Ich biss in diese Pizza und ich verspürte eines: Liebe. Als sie in meinem Magen landete, breitete sich ein wohliges Gefühl von Heimat in mir aus, obwohl ich zuvor eine gewisse Rastlosigkeit verspürte. Meine Pizza, mein Hugo und ich waren in diesem Moment glücklich. Ich glaube, meine Augen wurden etwas nass, denn ich hatte noch nie ein so monumentales Stück  eines Lebensmittels in mir. Es war wunderschön. Leider war unsere Liaison baldig mit dem Blick auf ein paar Krümelreste (Warum hab ich sie mir nicht einpacken lassen?!) beendet und ich schaute beim Beenden des Restaurants nochmal sehnsüchtig auf die offene Küche zurück.  Als ich eben Hunger hatte und am Tiefkühlregal vorbeischlurfte, bekam ich einen richtigen Hass auf die Tiefkühlpizzen. Nie wieder werde ich woanders Pizza essen können.

Dann gab es dann diese Wohnung: Bezahlbar, toll geschnitten, preislich in meinem Budget, hell, sauber, gute Lage, einfach eine Traumbude. Sie war so wunderschön, aber es gab leider sehr viele Bewerber. Ich bekam sie nicht und ich war mir sicher, so eine Wohnung finde ich nicht mehr. Doch gestern schaute ich mir eine Wohnung an, von der hatte ich noch nicht mal Bilder. Ich verliebte mich sofort in sie und sagte zu.

Es mag euch erschrecken, aber ich hatte mal Sex. Richtig guten. So eine  lebensverändernde What-the-Fuck-war-das-denn Rammelei. Wenn ich jetzt daran denke, mich mit irgendjemandem einzulassen, habe ich Angst, es ist nicht so gut wie damals.

Was will ich damit sagen? Wir verschließen uns lieber, trauern Vergangenem nach, vergleichen es ohne Neues zu erkunden und  gehen schon negativ mit Sachen ins Gericht, die wir nicht kennen.

Das ist so, weil man Angst vor Enttäuschungen hat. Zwar haben wir gute Erfahrungen mit einigen Dingen, das können Friseure sein, eine Pizza oder auch Sex sein, aber bevor wir diese ausprobierten, wussten wir ja auch nicht, dass es DAS ERLEBNIS sein wird.

Ja, es kann scheiße werden. Es kann aber auch das nächste What-The-Fuck Erlebnis werden, denn wer sagt, das diese begrenzt sind in unserem Leben? Vielleicht lässt es ja sogar das Konkurenzerlebnis verblassen?

 

 

Ninamyte

 

ficki

Emotionale Unabhängigkeit – Wie schön

Heute ist der erste richtig schöne Tag im Jahr und ich lasse mir die Sonne auf den Latz knallen, während ich Immobilienangebote checke. Ledig, mit limitiertem Budget & Schufa Eintrag in einer Großstadt. Das wird noch witzig.

Wegziehen, das wollte ich schon lange. Eigentlich schon immer. Das Saarland ist zwar irgendwie meine Heimat, aber ich spüre keine emotionale Bindung zu dem Acker links neben Kaiserslautern, so wie es andere Tun. Natürlich sind Familie und Freunde hier, aber manche von denen sieht man auch ein paar Wochen oder Monate nicht, obwohl sie nur ein paar Straßen weiter weg wohnen.

Was ich eigentlich damit ausdrücken will, ist, dass ich die Schweiz bin. Im Saarland. Ich hasse es nicht, aber meine große Liebe ist es auch nicht. Ich war schon ein bisschen in der Welt unterwegs und als ich nach meinen Auslandsabenteuern eine Ausbildung began, wollte ich dies eigentlich auch in einer Metropole antreten – doch dann grätschte etwas – oder besser gesagt jemand, dazwischen. Ich zog mit der Person zusammen und absolvierte meine Ausbildung in einem Provinznest. Das war nicht weiter schlimm, aber nachts, wenn ich nicht schlafen konnte, schaute ich oft heimlich Stellenanzeigen und Wohnungen – nicht für mich alleine, sondern für uns beide.

Die Wohnung in Frankfurt werde ich alleine beziehen. Nicht, weil da eine Person wohnt, die ich sehr mag oder aus anderen Gründen, die emotionale Bindungen zu anderen Personen verursachen. Nein, ich tue das, weil ich das möchte und das ist, wenn ich nachdenke, eine kleine Seltenheit in meinem Leben. Ich habe angefangen, einen Beruf zu erlernen, meinen Eltern zuliebe (den ich selbstverständlich hingeschmissen habe) und in einem Dorf gewohnt, weil da mein Freund wohnte.

Es war bei mir selten so, dass es keine Person in meinem Leben gab, mit der ich mir nicht mehr vorstellen hätte können. Eine Affäre, jemand, mit dem man nächtelang geschrieben hatte, jemand den man datet oder ein Verflossener, dem man heimlich noch ein bisschen nachtrauert.

Das erste Mal seit langer, langer Zeit bin ich alleine und keiner spukt in meinem Kopf rum und lenkt meinen Kopf in bestimmte Richtungen – Das finde ich äußerst schön.

 

 

Ninamyte

ficki

 

Nina analysiert Sprüchebilder #1

„Auch wenn es euch schockiert: Es gibt Frauen die lieben Sex, hassen es während eines Filmes zu reden und sagen genau das, was sie meinen“.

Wer kennt sie nicht, „lustige“ Sprüchebilder aus Facebook, die irgenwann dann auch den Weg zu Whatsapp finden und dann in allen Gruppenchats rumlungern und auf dich warten. Nicht oft rege ich mich über diese Sprüche auf oder rolle die Augen und um meine Missgunst mit euch allen zu teilen, habe ich eine Kategorie ins Leben gerufen: Nina analysiert Sprüchebilder. Fangen wir doch gleich mit dem diesem Kunstwerk an:

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Bildquelle: http://www.sexfakten.net

Diesen ach so wahnsinnig lustigen und wahren Spruch musste ich heute über meine Facebooktimeline ergehen lassen. Gerne hätte ich mir die Augen danach mit Seife ausgewaschen, den es ist einfach soviel falsch daran. Ich weiß schon fast gar nicht, wo ich anfangen soll.

Lasst uns doch mal Gemeinsam den Satz analysieren:

Der Verfasser des Textes muss eine Frau sein, soviel steht fest, denn wenn er von einem Mann verfasst worden wäre: Hut ab vor soviel Blödheit. Nicht nur das der Text vor Verallgemeinerung nur so  strotzt, nein, ich empfinde ihn auf subtile Weise sogar als beleidigend. Klar könnte man nun sagen, das ist sarkastisch gemeint, aber selbst dann wäre es immernoch scheiße. Er schreit dermaßen nach Aufmerksamkeit und ich gebe diese dem Verfasser nun diese mit meinem Beitrag auch, aber was solls, es ist Samstagabend und ich gehe nicht aus, also kann es eh nicht schlimmer kommen.

Kommen wir zu Aussage 1: „Es gibt noch Frauen, die lieben Sex“.

Ach. Wirklich? Nur weil also nicht jede Frau mit ihrem Sexleben hausieren geht oder gerne privat ist, hasst sie es direkt? Schonmal durch die Stadt gelaufen und bei jedem Kind, dass man sieht, gedacht „Boar die muss sich ja da durchgeqält haben“, oder ist die Verfasserin so dermaßen untervögelt, dass sie gleich die Hand heben muss und laut anmerkt „Hier, seht, ich hab gerne Sex!“ So ein Phänomen konnte ich schon früher beobachten, nur waren es damals die Gamergirls, die sich plötzlich für so ultra alternativ und begehrendwerd hielten  und dabei vielleicht Sims oder Maricoart spielten. Auch sind die Biertrinkerinnen nicht zu verachten. Also nicht die, die in die Kneipe und/oder aufs Fest gehen, sie ein Hopfen-Malz Drink bestellen und ihn still und einfach genießen, nein, ich rede von der Sorte Frau, die meint sie ist jetzt der ultimative Männermagnet weil sie ein Bier trinkt und das ohne Limo oder Cola! Sie zeigt den ganzen hugoversifften Tussis was den Männern so gefällt und wie man sich einen richtigen Kerl angelt! Das dabei eine einfachte Alltagssache, wie z.B Sex, Bier trinken oder zocken als ach so coolen Charakterzug ihrerseits vorgehoben wird, zeugt von einem Ruf nach Aufmerksamkeit, denn sonst scheint es wohl sonst keine relevanten Vorzüge ihrerseits zu geben.

Kommen wir zu Aussage 2: „Hassen es während eines Filmes zu reden“

Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, denn ich kenne keine einzige Person, egal ob männlich oder weiblich, die während eines Films die Gesprächskiste auspackt. Im Kino schonmal gar nicht und auf der Couch ist es ja auch nochmal etwas anderes, wobei ich noch keine tiefsinnigen Konversationen abseits „Gib mir mal bitte den Käsedip“ und „Ich leg das Pizzageld auf den Couchtisch“ während eines Films gehört habe. Also ich frage mich wirklich, in welchem kranken Universum der/die Verfasser/in verkehrt. Oder schließt sie gar auf sich selbst?

Aussage 3: „Und sagen genau das, was sie meinen“

Ok, ok. Eine Frau, die nicht sagt, was sie meint, ist entweder bescheuert oder rhetorisch etwas ungeschickt. Klar kenne ich die frauentypische Denkweise, den Mann erst herausfinden lassen zu wollen, was er falsch gemacht hat, dies ist schon eine jahrtausend alte Methode, ich bin mir sicher die Steinzeitfrau hat ihren Mann auch erstmal mit bösen Blicken und Schweigen bestraft, wenn er mit einem Ziegenbein statt einem Mamuntfilet in die Höhle zurück kam, aber das tun wir ja nur, um den Männern genügend Zeit zur Selbtreflektion geben. Einsicht ist schließlich der erste Weg zur Besserung. Vielleicht habe ich einen sehr exquisiten Freundeskreis, aber bei uns sagt man sich die Meinung. Sollte diese einen Streit provozieren, dann ist das eben so. Man diskutiert, man sitzt es aus und man hat sich danach wieder lieb. Ich habe eine Freundin, die begrüßt dich nicht mit Hallo und Küsschen rechts & links. Die sagt „Dein Lippenstift sieht scheiße aus“ oder „In der Hose siehst du aus wie eine Nutte“.

Ich fühle mich von dem Spruch auf seltsame Weise beleidigt. Nicht weil ich mich angesprochen fühle, was in dem Fall ja eigentlich gut wäre, sondern weil sich jede Person, die dieses Bild teilt, sich selbst klassifiziert und freiwillig in eine Schublade steckt. Sex ist die primitivste Sache, die wir Menschen ausüben und sich mit der Aussage „Ich hasse Sex nicht“ zu brüsten ist wohl eine sehr, sehr arme Methode, Aufmerksamkeit gewinnen zu wollen.

Ninamyte

ficki