Actimel aktiviert nicht nur Abwehrkräfte

Na, auch schonmal aktiviert worden? Oder bist du eher die Person, die andere aktiviert?
Warum ich rede wie aus einer Werbung für verdauungsfördernden Joghurt für Frauen?

Das erkläre ich hier:

Ich verweile noch nicht so ganz lange hier auf dem Planeten und ich weiss wirklich nicht ob es dieses Phänomen schon vor meiner
Zeit gab, aber es kommt mir relativ neuartig vor. Nicht alle Dates enden in Traumbeziehung und Heirat. In der Realität ist es so, das wir
uns etwas „durchprobieren“ müssen, was die Partnerkompatibilität angeht. Oft entstehen daraus Affären, One Night Stands, One Day Stands,
Freundschaften Plus und wie man das ganze rumgeficke außerhalb einer Beziehung son nennt. Wobei ich mich hier kurz korrigieren muss, es nicht
immer nur Sex, auch einfach nur Zeitvertreib da man sich nach Annerkennung und Zweisamkeit sehnt. Meistens werden oben genannte Phasen dann
durch eine andere ebenso oben genannte Phase abgelöst, im besten Fall sogar eine Beziehung. So kommt eine Kontaktpause zu Stande.
Wenn ich mich nun wieder bei einer Person, mit der ich lange nicht gesproche habe, melde und im Sinne habe, eine dieser schönen Arten
des Zusammenseins zu fröhnen, aktiviere ich diese. Ich reaktiviere diese Person also, kurzum: Aktiviere.

Aktivieren hat auf den ersten Blick einige Vorteile: Man kennt diee Person schon, man spart sich also das kennenlernen. Wenn schon was lief
weis man auch das man aufeinander steht, man muss sich also keine Sorgen machen wie man nackt aussieht.
Ich wurde auch schon aktiviert und ich habe schon aktiviert, muss aber zugeben das es mir nicht immer angenehm war die Aktivierte zu sein.
Man fühlt sich ein bisschen wie ein Back-Up. Gerade in der heutigen Zeit funktioniert diese Aktiverei so gut, da man sich früher als
Whatsapp & Co noch nicht in unseren Alltag integriert waren noch „persönlich“ melden musste, mit einem peinlichem „Hallo lange
nichts mehr vo dir gehört“-Anruf. Nein, wir tippen ein „Hi, wie gehts“ in sekundenschnelle auf unser Gerät. Ohne emotionale Regung,
ohne die Aufgeregtheit ob er abnimmt und wie seine Stimme wohl nun klingen mag.

Meine Oma sagte immer „Aufgewärmt schmeckt nur Gulaschsuppe“ und wenn ich jemanden als Back-Up habe, heißt das ja das irgendwas zwischen
dieser Person und mir nicht geklappt hatte, sonst hätte ich diese ja nicht auf der Back-Up Liste. Aktivieren ist praktisch, aber auf Dauer auch ziemlich unspannend.

vbhj

 

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Das letzte (Einhorn-)Schnittchen

Für das heutige Thema müssen wir einen winzigen Exkurs in die Gastronomie machen, denn dies ist meine Heimatbranche und an guten Tagen arbeite ich sogar darin. Es begab sich zu jenem Freitag, an dem eine Beerdigung war: Kuchen und Schnittchen
sowie Kaffeegedeck stand zu Hauf auf Tischen verteilt und warteten nur darauf, verspeist zu werden.
Als die Postbeerdigungschlacht um Käsekuchen & Co geschlagen war, fiel mir was markantes auf: Auf jeder Platte blieb genau eine
belegte Brötchenhälfte übrig. Irgendwie taten diese Reste mir dann leid und ich übertrug diesen Zustand direkt auf Personen:

Sind sie übrig, weil sich keiner rauntraut, weil man schon gesättigt ist oder lässt man einfach aus Anstand die Finger weg, weil keiner die Person sein will die das letzte Stück aß? Aber um ehrlich zu sein, wer hat bei so einer Veranstaltung schon Hunger? Man isst,
um den unangenehmen Drang der Konversation zu entgehen. Ich erinnere mich noch gut an meine Cousine, die an der Beerdigung meines Opas
7 Stücke Kuchen aß, einfach weil sie nicht wusste was sie sagen sollte. Machen wir das auch mit anderen Dinge im Leben so? Geben wir uns zum Beispiel mit weniger guten Partner ab, da wir keine Lust haben uns ernsthaft mit dem Thema auseinander zu setzen?

Aber zurück zum Thema:

Ist dies auch auf manche Personen zurückführbar? Ich denke wieder an jemanden aus meinem Bekanntenkreis, tolle Frau aber Langzeitsingle.
Traut man sich an so einen Menschen einfach nicht ran weil man vielleicht denkt, die Person hat es verlent wie man in einer Beziehung interagiert?
Keiner der Gäste wird nämlich das Schnittchen nicht genommen haben, weil sie dachten, es sei schlecht.

Würde ich es nehmen? Darüber muss ich schon länger nachdenken als mir eigentlich lieb ist. Wäre ich wirklich hungrig ja, aber ansonsten auch nicht.

Gnadenlos attraktive Psychosen oder psychotische Attraktivität?

Wie fängt man einen Beitrag an, denn man so nie schreiben wollte?
Was als witziges „Experiment“ anfing, endete in einer Gefühlsachterbahn.
Es tut mir leid, ich wollte das nicht, es verlief ganz anders als geplant.

Immer wieder fallen mir Frauen auf, die unmöglich nüchtern aushaltbar sind. Sie zicken, sie beschwören Dramen
und sind chronisch unzufrieden mit ihrem Freund. Netterweise fällt da oft der Satz den wir wohl alle schon gedacht haben:
„Die wird wohl andere Qualitäten haben“. Das dumm gut fickt ist ja schon ein weitverbreiteter Glaube, aber wie sieht es mit
Psychos aus? Sind Männer bereit, über den Charakter einer Frau hinwegzusehen, wenn Aussehen und Bettqualitäten stimmen?

Das war die Frage die folgenden Versuchsaufbau anstoß:

Einem Typ eine Woche lang den Psycho vorspielen und darauf achten, ob er danach immernoch mit mir ins Bett will.
Vor einigen Wochen lernte ich dann einen Probanden kennen: Einen ziemlich gebildeten jungen Mann. Wir lernten uns in einer
Cafeteria kennen und auch ein paar Tage danach gingen wir erneut ein Heißgetränk zusammen schlürfen, eher er Freitags auf eine
Geschäftsreise musste. Er machte mir nicht undeutlich klar das er mich attraktiv findet und welche absichten er hatte.

Perfekt, mein Kandidat!

Wir blieben also in Kontakt und in der Woche in der er im Ausland war, wir aber textlich Kommunizierten, sollte ich zur
Psychoversion meiner selbst werden. Ich fing ganz harmlos und steigerte mich immer weiter, doch er fand immer die richtige Reaktion,
sodass ich gar nichts hatte, worauf ich aufbauen konnte.
Dann fing ich an zu klammern. Ich schrieb ihn, das er mein Schatz sei, das ich ihn vermisse und froh bin wenn er wieder da ist (Nach 2 Wochen
Kontakt). Auch hier fand er immer wieder die richtigen Worte, sodass er mich in meiner Psychoart sehr drosselte.
Ich machte weiter, irgendwann kamen eklige Sexpraktiken dazu.
Als er sich auch durch diese nicht abschrecken ließ, ging ich in die vollen: Ich nannte ihn Lügner, das er mich nur ausnutzen will wie alle
anderen Männer und das ich schon oft verarscht wurde und ich fürchte, das sich dies nun wiederhole.

Keine Antwort diesmal. Am Tag darauf auch keine. Das hat mich etwas geärgert, denn Psycho-N. ist nur eine Rolle und vorm Bildschirm
saß die richtige N. Mir war das bewußt, nur ihm nicht und ab dem Zeitpunkt, wo mir klar wurde, ich habe es geschaft, ich habe einen
netten Menschen unnötigerweiße vergrault, überfuhr mich ein schlechtes Gewissen. Das hat er nicht verdient, er war nur nett zu einer Frau,
die sich oft beschwert, das es keine anständigen Männer mehr gibt.

Ich erkläre damit dieses „Experiment“ für gescheitert. Ich hatte es für witzig und interessant gehalten, herauszufinden
was passiert wenn ich mich wie die Frauen verhalte, die für mich absolute „No-Gos“ sind. Mit so einem Verhalte mache ich mich
aber nur selbst zum No-Go, denn besser als nachspielen ist wohl als sich selber zu punkten und froh, das man den Atribut „Psycho“ nicht verdient.
Ich aber schon nach dieser Aktion, denn ich weiss gerade nicht was schlimmer ist, so zu tun als sei man einer oder einer zu sein.

Ich bereue es zutiefst, einen durchaus netten Mann mit so einer Aktion geschadet und verjagt zu haben. Das war kindisch.

Asexualität statt Detoxsmoothies

Die meisten in der Singlewelt sind sexlos, weil es ihnen an passenden Gelegenheiten fehlt.
Nicht hübsch genug, passt charakterlich nicht, er hat einen Mitbewohner und du wohnst zu Hause, die Entfernung…
Es gibt viele Faktoren, die dazu führen, die nicht dazu führen, das man vögelt.
Aber ich kenne kaum einen, nein wenn ich darüber nachdenke keinen, der die optimale Sexgelegnheit ausschlagen würde.

Ich tue das seit einiger Zeit. Sexgelegenheiten ausschlagen. Kein Sextexten. Keine Masturbation.

Zuerst tat ich es wirklich, aus Mangel an Gelegenheiten. Irgendwas zwickte immer, nie war ein passender Partner da oder eine
glückliche Fügung. Irgendwann, als mein Körper aus der untervögelten Phase rauswuchs, passierte es: Ich wuchs. Ich reifte sogar.

Unser ganzes Leben wird normalerweiße von Sex bestimmt. Alles, was wir tun hat mehr oder weniger mit Fortpflanzung zu tun. Frauen schminken sich morgens, um unter anderen vor Männern sexy auszusehen. Wir wählen unseren Beruf, um das andere Geschlecht
möglichst zu beeidrucken, sowie unser Auto oder auch die Restaurantwahl die wir treffen, fast jeder Idee wird von Sex im Unterbewusstsein beinflusst.

Was passiert jetzt, wenn wir diese Gedanken erst ausblenden und dann gar nicht mehr aufscheinen lassen?

Nun, da es kein Geschlecht zu bezirzen gibt, können wir uns nur auf uns selbst konzentrieren: Was wir wollen von uns selbst.
Wenn wir auf sexuelle Aktivität jeglicher Art verzichten, müssen wir uns gewungenermaßen mit uns selbst außeinander setzten.
Ein Sex Detox wenn man so möchte. Da uns die Anerkennung eines Partners fehlt, müssen wir uns diese selbst erarbeiten, von uns, für uns.
Arbeiten an uns, bis wir mit uns zufrieden sind Bis wir mit uns selbst schlafen würden. Wenn dieser Punkt erreicht ist, werden wir mit einer ganz neuen Sicht auf uns selbst und ungewöhnlichem Selbstbewusstein belohnt, da uns gar nichts anderes übrig bleibt. Man ist viel entspannter, da man sich nicht Datet oder ausgeht mit dem hintergedanken „Da muss etwas laufen“.

Sexverzicht aus Selbstliebe. Hätte mir mal jemand dies vor ein paar Jahren gesagt, ich hätte ihn für verrückt erklärt,
dachte ich doch immer die Aufmerksamkeit die man durch Sex bekommt ist die beste Art der Aufmerksamkeit. Heute lege ich einen
Sexverzicht, wenn auch nur temporär, jedem ans Herz.