Die Scheiße, die richtige Person zu einem komplett falschen Zeitpunkt kennenzulernen.

Auf unserer Erde leben 7,125 Milliarden Menschen (Stand 2013).
Einer davon soll dein Seelenverwandter sein, dein Partner, deine große Liebe mit der du ans Ende deiner Tage glücklich
verweilen sollst, heiraten, dich fortpflanzen und wenn die Kiddies wieder aus dem Haus sind auf eurer Veranda den Lebensabend
verbringen. So die Theorie. In der Praxis ist es jedoch etwas komplizierter, denn wieso sollten wir den unseren perfekten Partner
in unserem Radius finden?Es ist wohl eher ein Puzzle: Es gibt Teile, die passen perfekt zusammen. Dann gibt es noch jene, die man ein bisschen
reingquetschen muss in das andere Teil, es sieht aber zum Schluss trotzdem passabel aus. Wie ist das bei der Partnerwahl? Gehen wir unafhörlich
Kompromisse ein, nur um unser Puzzle zu vervollständigen. Was ist mit denen, die mit 16 sich verlieben und ein Lebenlang zusammenbleiben?
Liebe oder Kompromiss?

Und nun das Worst Case Szanario. Von allen Menschen auf der Erde triffst du den perfekten Menschen.
Natürlich ist er nicht perfekt, aber für dich ist er das. Das was er, als schlechte Charakterigenschaften beschreibt sind die Dinge,
die dich in ihn verlieben lassen.
Er gleitet nur so in dein Puzzlestück (anzügliche Gedanken an dieser Stelle bitte auslassen, Danke), nein, noch besser, er
scheint das lang ersehnte fehlende Stück zu sein, ohne das du nicht mehr weitermachen könntest bzw. welches dein Werk vervollständigt.
Dieser perfekte Mensch, mit dem du von allen Menschen auf der Erde im Alter auf der Veranda sitzen möchte, taucht leider in einer Zeit
in deinem Leben auf, in der du dies nicht wahrhaben kannst und willst, weil die Umstände wie das unbeliebte ADHS Kind aus dem Kindergarten sind, der jedes fast fertige
Puzzle vom Tisch reist bevor es geklebt, eingerahmt und an die Wand gehongen wird. Einfach nur aus Spaß und weil er es kann.

Dieser Mensch lässt dich an alles glauben und gleichzeitig an deiner Weltansicht zweifeln. Bist du unromantisch, willst du mit ihm
in einem Rosengarten Käse und Baguette auf einer Picknickdecke essen und dabei Weißwein trinken. Hörst du Rock, verfällst du plötzlich einer
Adeleschnulze und hast du deine Familienplanung im Sack, bringt er dich dazu an Liebe auf den ersten Blick zu glauben.

Was passiert, wenn diese Person in deinem Leben auftaucht, du dich verliebst und jeder, nicht ein paar, jeder einzelne Aspekt dagegen spricht?
Wenn auf deiner Positiv/Negativ Mindmap nur negative Dinge stehen, aber du doch einen Weg findest, sie postitiv erscheinen zu lassen?
Das passiert, wenn du liebst. Nicht verknallen, vergucken oder verschoßen sein. Nein, lieben. Und du liebst die Person auch noch 6 Jahre nach
eurem Kennenlernen, weil du weißt, das war sie. Das war deine 1150 km, 12 Jahre ältere und komplett andersdenkende in einem
komplett anderem Universum aufgewachsene und kulturfremde Liebe.

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Polydating und das Vermächtnis eines Kitschautors

Es ist wieder soweit. Ich bin in Verführung gekommen, einen „Damals“ oder „Wisst ihr noch“ Beitrag zu verfassen.
Ich bin gewiss in meinen Mitzwanzigern nicht alt, dennoch kann ich mich noch an Zeiten erinnern, in der man sich einmal, meistens ein paar Tage zuvor, für ein Date verabradete und dies dann eingehalten wurde und nicht wage in den Raum gestellt „ob das jetzt wirklich fest ist“. Zeiten, in denen man wichtige Sachen in einem Telefongespräch klärte oder sich kurz per SMS meldete. Heute melden die meisten Anrufe schriftlich an: „Warte, ich ruf dich gleich an“. Der Trend geht jetzt aber wieder
zu gesprochenen Kurznachrichten, da dies ja viel bequemer ist als zu tippen. Und ich bin gerade vom rechten Tastaturweg abgekommen, denn eigentlich war dies gar nicht das Thema, das mir gerade im Kopf rumspuckt.

Zum ersten mal in meinem Leben, naja nicht ganz in meinem Leben, immerhin gabs auch eine Zeit bevor der Sexualtrieb der Körper überrannte, bin ich ohne Partner. Alleinstehend. Ledig. Ein Single (ich mag das Wort eigentlich nicht). Ich habe keinen Verflossenen dem ich hinerher trauere, ich habe keine Affäre oder diverse one Night Stands und ich date momentan keinen.

Dating. Das ist ein schöner aber auch dehnbarer Begriff.
Als ich aufwuchs, auch in die Pubertät hinein, wurde Dating durch die Bravo und Jordan Sparks Kitschfilme geprägt (The Notebook schaue
ich IMMER wenn ich Liebeskummer habe). Damals hieß es, man trifft sich mit einer Person, man unternimmt Sachen und wenn man sich denn
gut Verstehenen sollte, wird man ein Paar. Heute ist der Begriff „Date“ total abgeflacht. Er wird lediglich für ein Treffen mit einer Person des präferierten Geschlechts verwendet, schon kurz zusammen zur Tanke Zigaretten holen fahren erachten manche als Date.
Andere hingegen, stylen sich 2 Stunden für ihr Date umd dann von dem Datepartner als nicht-Date darzustehen, oder was soll die Jogginghose
einem sagen (Ja, auch zum Netflix und Chill macht man sich schick!).

Dating, das existiert doch heute gar nicht mehr. Zumindest nicht so, wie es uns die Romantikhelden in Film-, Buch-, und Teeniezeitschrift
vorlebten. Heute geht mehr so Mehrfachdating. Keiner scheint mehr Geduld zu haben, deswegen versucht man, das ganze datebare Material, das
sich so anschafft, auf einmal aufzuarbeiten. Heute der Bodybuilder, morgen der Immobillienmarkler und Freitags dann der Krankenpfleger.
Noch nicht mal Namen kriegen sie, sondern das signifikannteste Merkmal einer Person wird als Pronomen verwendet.
Ist das schon rumhuren? Körperlich, wenn nichts läuft, nicht. Aber mental ist es ganz ganz großes Rumhuren. Multibles Dating ist die Grand
Lady des modernen Rumhurens. Unabsichtlich vergleichen wir alle Datepartner miteinander und bilden im Kopf unsere eigene Gut/Schlecht Liste
der Person und vergleichen sie miteinander. Deswegen können wir uns auch mit einem Treffen nicht voll und ganz auf diese Person konzentrieren und eingehen, da wir immernoch die anderen Möglichkeiten im Unterbewusstsein abwägen.
Wollen wir das denn auch? Eine Spalte in einer Tabelle sein? Hat man denn nicht mehr verdient als
ein dasein in einer imaginär im Kopf erstellte Liste zu fröhnen?

Lasst das mutible Dating und das mehrgleisig fahren. Trefft euch mit einer Person die ihr mögt, trefft euch wieder oder auch nicht und geht dann zum nächsten potentiellen Kandidaten. Mit Mehrfachdating disrespektiert ihr nicht nur euren Gegenüber, sondern auch euch selbst (Hab ihr wirklich soviel Aufmerksam nötig oder es so eillig, das ihr alle auf einmal treffen müsst?).

Das negative Singlechakra und der positive Umgang damit

Spätestens nach dem vierten Kathereine Heigl Hochzeitstrashfilm wissen wir es: Es gibt immer EINEN Single auf Hochzeiten,
Partys oder Familienfeiern. Meist wird dieser auch von allen anderen bemitleidet und schön traurig in Szene gesetzt: Kein Tanzpartner,
sitzt irgendwo schmollend und einzeln an einem Tisch (Früher gab es mal Singletische) und hat meistens, sollte es auf einer Silversterfete sein,
keinen um Mitternachts zu küssen. Am besten noch mit 10 Katzen.

Wann war eigentlich der Zeitpunkt erreicht, das Single sein direkt
negativ war? Menschen, die in keiner Beziehung leben muss man nicht bemitleiden. Man muss Ihnen auch nicht sagen „Du findest schon den richtigen“.
Natürlich tue ich das, bis jetzt gab es immerhin auch schon ein paar richtige. Aber das der Beziehungstatus „Single“ direkt mit negativem
Beigeschmack kommt ist neu. Waren früher Singlefrauen selbstständig und unabhänging, sind sie heute direkt „zu kompliziert“ oder es wird
ein anderer Grund gefunden, denn es muss ein anderer Grund gefunden werden, warum diese Frau alleine lebt. Keiner kann sich mehr vorstellen
das sie es vielleicht auch nur ein bisschen möchte oder auch nur selbst gewählt hat.

Ist man in einer Beziehung, definiert man sich gerne darüber. Schnell kommt das infaltionär verwendete „wir“.
Alleine ist man jedoch immer sich selbst, da man nur sich selbst hat. Man kann sich nicht über einen Partner definieren.
Aber auch als Single ist man nicht alleine. Ich rede nicht von Freunden, Bekannten oder Familie. Man hat sich selbst und vielen
fällt es schwer, mit sich selbst eine Bindung einzugehen. Wären sie in dem Katherine Heigl Film, würden sie wohl einen Tanzpartner suchen,
warten bis sie jemand auffordert oder weiterhin schmollen. Nicht eine einzige Person der neuen Single Generation würde daran denken einfach
aufzustehen. Gibt man heute zu „Ich bin gerne Single“ wird gleich angenommen, man schläft sich durch oder man hat sich damit arrangiert
alleine zu sein, weil man wohl irgendeine ganz verstörende Charaktereigenschaft oder ein verkrüppelteltes Körperteil hat.

Ich finde, man darf gerne Single sein und muss sich nicht mit Klischees darüber oder Spekulationen „Wieso, Weshalb, Warum“ abgeben.
Ohne Partner zu sein ist keine Schande. Es ist ein Roadtrip mit sich selbst und Selbsterkenntnisse sind dabei die Tankstellen und
der Stempel der Gesllschaft, das Single sein schlecht ist, dabei die Cola die nicht gekühlt ist.

 

single

Selbstliebe und Eisteeerkentnisse

Eigentlich geht es in diesem Blog um Mann, Frau und die seltssamen Gegebenheiten die sie zueinander finden lässt.

Doch bevor man sich für einen Partner öffnen kann und ihn lieben kann, sollte man sich die Frage stellen „Liebe ich mich selbst?“
Hier war ich nicht die Fragestellerin, sondern meine Freundin fragte mich geradeaus und ohne Ausschmückungen „Liebst du dich selbst?“
Kann man sich den selbst überhaupt lieben? Man kann mit sich im Reinen sein und man kann sich selbst akzeptieren, aber lieben, so wie man
eine andere Person lieben kann? Ich bezweifle dies doch stark, denn Gefühle, die ich für eine andere Person spüre, kann ich schlecht
auf mich selbst projezieren, ist Liebe doch eine Mischung aus Zuneigung, körperlicher Anziehung und Vertrauen. Ich kann masturbieren, klar,
aber dann liebe ich mich nicht. Dann tue ich mir höchstens etwas gutes und befriedige mein Verlangen nach Lust.

Also, was hat es mit diesem Wort „Selbstliebe“ auf sich? Wer sind diese Menschen, die sich lieben?
Ich schätze, es sind meist die, von denen wir es am wenigsten vermuten. Denn in Zeiten von Instagramm, Snapchat & Co vermuten wir,
es sind die, die kein Problem mit sich haben. Die locker Selfies von sich in allen Positionen mit 100 Hashtags versehen Posten.
Bräuchten sie denn diese Bestätigung in Form von likes, wenn sie sich selbst lieben würden? Wohl kaum. Es sind eher die, die auch ohne
diesen oberflächlichen Portale im verborgenen sind. Die nicht jedes mal, wenn sie ein Bier trinken gehen, ein Foto davon machen und ihre
Freude bei Facebook markieren.

Letztens war ich einkaufen, es war Samstag und Montags war Feiertag, was für den konsumbewussten Menschen von heute hieß man solle komplett
außrasten und horten was geht, zumal im Nachbarbundesland, welches nur 10 km entfernt liegt, geöffnet war. Ich stand schon ewig an der Kasse
als mir jemand, von dem ich behaupte ich liebe ihn, schrieb, ich solle noch bitte Eistee mitbringen. Ich war schon fast am Band angekommen,
aber ich lief noch einmal durch den kompletten Supermarkt um eine Flasche Eistee mitzubringen. Als ich mich wieder einreihte musste ich über
Liebe und die Liebe zu mir nachdenken. Wäre ich auch nochmal losgegangen um mir das Getränk zu kaufen? Eher nicht. Ich kam zum Entschluss das
Selbstliebe nicht existiert und nicht existieren kann. Wir können so tun auf sozialen Netwerken, aber wir werden niemals uns gegenüber
die Gefühle aufbringen können wie für die Menschen die wir lieben, sei es im freundschaftlichen, familliären oder sexuellen Rahmen.
Selbstliebe, das existiert nicht. Selbsakzeptans hingegen schon.