Gibt es eigentlich noch ehrliche Singles, die treu sind und es ernst meinen?

Es gibt genau zwei Arten von Singles:  Die, die sich einfach damit abfinden und das Beste aus der Situation machen und die Jammerlappen, die bei jeder sich bietender Gelegenheit  erwähnen, wie alleine sie doch sind und das doch alles zu zweit viel schöner wäre. Oft stellen genau zweitere auch gerne die EINE Frage:

„Gibt es noch ehrliche, treue Singles, die es ernst meinen?“

Wen ich die Worte „Ernst, ehrlich und treu“ sooft, wie ich sie in dieser Fragestellung hören durfte, ausdrucken würde und aneinander legte, ja ich denke dann würde ich mehr als einmal den Erdball damit umrunden können.  Ich weiß auch, das in Zeiten von Tinder und dem Internet Partner schnell ausgetauscht werden können, dennoch denke ich, oft sind Menschen, die behaupten „verarscht“ worden zu sein, doch sehr naiv und leichtgläubig gewesen sind, oder was erwartet eine Frau, die sich mit einem Mann verabredet, der ihr zuvor ein Penisbild schickte? 

Auch bin ich mir nicht sicher, ob dieses „verascht“ immer zutrifft. Klar gibt es Pesonen, die immer mal mit anderen spielen. Aber oft ist es doch so, dass man jemanden kennenlernt und da heute alles ziemlich schnelllebig ist und es nicht wie früher erst nach 5 Dates, einem Blumenstrauß in Wert eines Monatsgehaltes und viel Süßholzraspelei erst zum Sex kommt, sondern wird schon nach erfolgreichem Speichelaustausch seinen Beziehungsstatus geändert. Das Kennenlernen wird in die Beziehung gelegt und so kann es oftmals vorkommen, dass eben nicht alles Gold ist, was glänzt und die anfängiche Euphorie über den neuen Lebensabschnittsgefährte schnell verfliegt, sobal eimal die rosarote Brille abgesetzt wurde. Dann merkt man eben, dass man doch nicht so gut harmonierte, wie man dachte und beendet diese  Zusammenkunft schnellstmöglich. Wenn dieses Gefühl aber nur einseitig ist und der andere nichts ahnt, fühlt er sich schnell mal angegriffen und „verarscht“ – obwohl dies eigentlich nicht zutrifft. Das ist der anderen Person gegenüber nicht fair, denn gehören doch immer zwei Seiten dazu, nur hört man beide natürlich selten. 

Ein anderer Störfaktor ist das Gesuch generell. Suche ich einen Partner um eine Beziehung zu führen, sollte es selbstverständlich sein, dass dieser treu und ist und es ernst meint. Natürlich ist auch Ehrlichkeit ein ehrenvolles anliegen, doch wenn wir einmal ehrlich zu uns selbst sind, haben wir alle schon einmal gelogen. In welchem Umfang sei dahingestellt, doch denke ich, dass keiner bei so einem Gesuch abspringt, weil er denkt: „Scheiße, ich bin nicht ehrlich – da melde ich mich besser nicht“. 

Also, hört auf verweichlicht zu sein, nutzt die Zeit als Single aus und präfieriert auf keinen Fall Dinge, die selbstverständlich sein sollten. Auf Männer, die jammern,  steht übrigens keine Frau – denn wir mögen Männer, die auch ohne einen Partner Charakterstärke zeigen können.
Nina

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5 Männer, die ich 2017 kennenlernen durfte

2017 war großartig, denn ich habe die große Liebe gefunden, und das gleich 4 mal!

Datingtechnisch habe ich also nichts anbrennen lassen und auch, wenn meine Freunde schon die Augen rollen bei dem Satz „Ich hab da jemanden kennengelernt“ und ungläubig sind bei den zwei Wörtchen „Der ises“, gebe ich nicht auf und bin immernoch frohen Mutes bei der Partnersuche, denn woher sollte ich wissen, dass die gedateten Personen nicht mein Zukünftiger sind, bevor ih mich auf sie eigelassen hatte? 2017 hat sich in meinem Kopf sowieso ein seltsamer  Wandel vollzogen: Ich war nie lockeren Sachen oder Affären abgeneigt. Vielleicht ist es das fortschreitende Alter, aber mittlerweile gefällt mir der Gedanke häuslich zu werden und manchmal erwische ich mich dabei, wie ich Hochzeitsideen auf Pinterest poste. 

Nun habe ich dieses Jahr verschiedene Bekanntschaften machen dürfen, mal waren sie lehrreich, ein ander mal lustig oder einfach nur zum Kopfschütteln. Hier eine Analyse der Männerbekanntschaften, die mir am meisten im Gedächtnis geblieben sind:
1. Der Blender

Mythen ranken sich um ihn und zuvor ist mir solch ein Exemplar in freier Wildbahn noch nie unterlaufen, bis zum Frühjahr 2017: Der Blender schafft es, ein Bild von sich zu kreieren, welches soviel mit der Realität zutun hat wie ein Tankstellensandwich mit nachhaltigem Genuss. Er redet von Dingen, die er angeblich gerne tut, nur um einen zu beeindrucken und lässt man sich tatsächlich davon einlullen und ist in Erwartung dieser, kommt ans Licht, dass er dies eigentlich auch nur in der Theorie gut fand, sich in der Praxis aber so gar nicht mit ihnen anfreunden kann. Ein Beispiel? Küssen: Der Blender schwärmt von lebensverändertem, stundenlangen innigem Speichelaustausch, doch kommt im Endeffekt raus, dass „diese Art der Nähe“ er nicht mag. Tja, da kann man schon in die Bredouille  kommen, wenn man die Wahrheit ein bisschen ausschmückt, um jemanden zu gefallen. Mein Blender hatte ich allerdings schnell durchschaut.

2. Der Jüngere

Hier werden nicht von ein paar Monaten geredet, sondern von gut 4 Jahren die uns trennten. Zwar kommt das noch lange nicht an das Toyboyalter Hollywoods ran, aber dennoch spürte ich eine leichte Milfigkeit in mir, als ich jemanden aus dem Jahrgang 1997 datete. Wenn meine Nichte zwei  Stunden durch das Wohnzimmer turnt, frage ich mich immer, wie man von etwas Pfefferminztee nur so viel Power haben kann. So  ähnlich war es auch bei ihm:  Acht Stunden hartes Handwerk verüben und danach noch auf die Piste und sogar ein längst vergessenes Verhalten meiserseits frönte er: Party UNTER der Woche.  Ich will nach einer geschafften Schicht mich nur noch verkriechen und meine Bettdecke zur Burka zweckenfremden. Obwohl wir noch im selben Jahrzent geboren waren, hatte ich manchal einen kleinen Anflug von Muttergefühlen, denn anstatt „Sexy, was ein Kerl!“ dachte ich mir manchmal mal nur „Awww“ und wollte ihm ein Happy Meal kaufen und das dazugehörige Spielzeug aussuchen. 

Die Reaktionen von Außen waren aber auch ein Grinsen wert:

Ich: „Ich habe etwas mit einem Jüngerem.“

Andere: „Uhm ok? Wieso?“

Er: „Ich hab was mit einer Älteren“

Andere: „Jawohl Bruder!“
3. Der Unkommunikative

Viel gibt es über ihn nicht zu berichten, denn wie schon die Überschrift sagt: Kommunikation ist nicht seine Stärke. Okay, dass nicht jeder ein Mann vieler Worte ist, verstehe ich. Doch normalerweise ist es doch so, dass man für eine Konversation, mit der Person, die man mag kein übergeordnetes Thema brauch. Entweder ergiebt sich dies von selbst oder man labert einfach nur ein bisschen Bockmist zusammen. Nicht so bei ihm. Ich bin zwar kein Fan von Dauerkontakt und nichts lässt meine Libido mehr austrocknen als ein „mmhhh“ oder „?“, wenn einmal keine Antwort kommt, aber so 2-3 Tage Funkstille, weil man einfach „nichts neues“ zu berichten hat, obwohl man sich als Pärchen schimpft, sind dann doch für mich etwas seltsam gewesen. So interessiere ich mich z.B sehr für den Tagesabblauf des anderen und erwarte bei der einfachen Frage „Was gab es zu Mittag?“ kein „Warum willst du das Wissen?“ 

Ne, der Unkomminikative und ich, das war nix. 
4. Der Verurteilende

„Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“ – so sagte es einst ein antiker Lebensmittelchemiker, der Wasser in Wein zu verwandeln wusste. Wir alle haben unsere Leichen im Keller, Entscheidungen getroffen, die nicht von hohem IQ  zeugen ließen und unsere Herzen brechen lassen – wahrscheinlich auch schonmal selbst eines gebrochen. Wenn man sich so am kennenlernen ist, erzählt man natürlich von seinem Erlebten und das nicht jede Entscheidung, die man traf, klug gewählt war. Nun war der Verurteilende so, dass er alles kritisch hinterfragt hat und im Nachhinein einiges aufs schärfste kritisiert hat, als sei er selbst involviert gewesen. Zum Beispiel, dass ich 2016 meinen Job kündigte, ohne bereits einen neuen in Aussicht zu haben. Ja, das war gewagt und fernab jeglicher Vernunft, aber manchmal muss man auch solche Entscheidungen treffen. Bereuen tue ich es nämlich nicht. Ich habe in dieser Zeit übrigens keine Leistung vom Staat, bis auf meine Krankenversicherung bezogen und trotzdem wurde ich nachträglich als Schmarotzerin betitelt. Vielleicht sollte man einfach nur mal zuhören, denn hätte ich meinen Job behalte, hätte ich den Verurteilenden nicht kennengelernt. Dieser Typ Mann hat einen bleibenden negativen Eindruck hinterlassen, denn er hörte kaum richtig zu, wenn er mal von seiner Meinung eingenommen war. Argumente? Unwichtig. Auf ihn kann ich auch in Zuunft gerne verzichten.
5. Der Sexgott

Der Sexgott lies meine Schenkel erzittern und erschwerte meinen aufrechten Gang für die Tage nach unserem Techtelmechtel deutlich – wenn man nach gutem Sex eine rauchen sollte, wäre mein Schlafzimmer zu einer Räucherkammer geworden. Doch außerhalb der waagerechten gab es eigentlich keine Gemeinsamkeiten und so endeten viele Filmabende, bei denen man sich nicht einigen konnte, welche vertonte Bewegtbildmaterial angeschaut wurde, mit Liebesspiel. Nur so schön es auch wäre, lässt sich nicht jede Unstimmigkeit mit Sex lösen. So war es zwar Schade darum, aber ich musste ihn ziehen lassen – möge er eine Frau befriedigen, die seinen Intellekt teilt – wieviel auch immer davon vorhanden ist.
Obwohl ich dieses Jahr 3 Beziehungen und einiges an Dates hatte, die nicht zum gewünschten Ziel führten, nämliche einer glücklichen Beziehung, bin ich dennoch sehr positiv gestimmt, denn es hat mir immer Spaß gemacht, neue Menschen kennenzulernen. Wer weiß, wieviele es 2018 werden – vielleicht ist Nr. 5 oder 14 ja „DER EINE?“

Nina

An den verrückten, versauten Single mit den Tattoos

Neulich bewegte ich mich im World Wide Web zwischen japanischen Tentakelpornos und Yelp Bewertungen für den Snackautomaten an meiner hiesigen S-Bahn Station in einem Singleforum. Da ist mir doch tatsächlich ein Bild ins Auge gesprungen, dass folgenden Text trug:

„Verrückt, versaut, tätowiert und Single“.

Ich habe dazu einige Anmerkungen:

Schon seit geraumer Zeit hat es sich eingebügert, dass bei Selbstbeschreibungen die Adjektive „behindert“, „crazy“, „verrückt“, „einen an der Klatsche“, „nicht ganz normal“, etc. verwendet werden. Bei Nachfragen was die letzte „bescheuerte“ Aktion war, handelt es sich dann um Taten wie knallhart im Burger King nach der Papierkrone fragen oder beim Schimmbadbesuch nicht zwanzig Minuten nach dem Essen gewartet zu haben, bis man wieder ins Wasser ging. Es ist schon schwierig genug eine Selbstbeschreibung zu finden, denn man sieht sich nun mal nicht mit den Augen anderer, aber warum muss es denn etwas sein, dass bei manchen Menschen sogar diagnostiziert ist? Zumal diese Charaktereigenschaften ja auch Auslegungssache sind, für die eine Person ist es verrückt noch 20 Minuten vor Ladenschluss in den Rewe zu gehen, für die andere festzstellen, dass das Haus ihres Dates gar nicht so groß ist wie bei Google Street View. Wo sind die schönen altmodischen Hobbies wie Feuerwehr, Tennisclub und der historische Eisenbahnerverein für osteuropäische Dampfloks aus dem 18. Jahrhundert gebleiben?  Sowas macht dich interessant, aber eine vage Aussage über deinen vermeidlichen Geistesszustand eher nicht. Sorry.

Über den versauten Teil möchte ich gar nicht groß eingehen, aber in Zeiten von 50 Shades ist es ja schon versaut, den BH beim Sex auszuziehen. Auch sexuell hat jeder andere Vorlieben und was du vielleicht als versaut abstempelst ist für andere schnöder Blümchensex. Eigentlich will ich dass auch gar nicht wissen auf was du so stehst, sondern lieber selbst ergründen, aber leider hast du dich mit dieser Angabe noch etwas uninteressanter gemacht.

Nun zu meinem Liebligspunkt: Tätowiert. Wow, ich bin begeistert, hier, nimm meinen Körper und mach mir tintenbedruckte Babies. Soll ich dir einmal was verraten? Der Tätowierer hat das Talent, nicht du. Du hast zwar deinen Körper zur Verfügung gestellt, ein paar Piekser ausgehalten und am Ende ein Bündel Scheinchen dafür hingelegt, aber das war keine große Leistung. Versteh mich nicht falsch, ich bin auch tätowiert, aber es ist nicht wunderlich, dass Bewegungen wie „Tattoofrei – es ist schön keine Tattoos zu haben“ sich großer Beliebtheit  erfreuen, wenn du meinst du bist ein ach so großes Individuum und deine Körperkunst erzählt deine Lebensgeschichte und jeder, der keine Tinte auf sich trägt, ist für dich gleich ein Spießer. Natürlich weiß ich, dass dies Satire ist, aber auch diese hat einen Ursprung. Du kannst auch ruhig stolz auf deine Tattoos sein, aber definiere dich doch nicht über Kunst (fraglich bei chinesischen Schriftzeihen und „Live.Love.Laugh.“ Schriftzügen) die ein anderer auf dir fabriziert hat. Du hast nämlich nichts dafür getan, außer das Geld dafür zu zahlen und eine Woche keine Wasser an die Stellen kommen zu lassen.

Ich habe da ein paar Verbesserungsvorschläge für die nächsten Sprüchebilder für dich, vielleicht klappt es ja damit:

„Tierlieb, unbefristet vollzeitbeschäftigt & schöne Zähne“

„Vielgereist, sportbegeistert & Hobbykoch“

„Alleinerziehend, Literaturaffin und gepflegtes Aussehen“

10 gute Filme bei Liebeskummer, die keine Liebesschnulzen sind

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„Wie ein einziger Tag schauen“, Ben & Jerrys  löffeln bis man Blutgruppe Keksteig hat und sich mit Freundinnen Memes über die verkorkste Spezies „Mann“ schicken. Das ist das 0815 Liebeskummerprozedere, dass wir alle hin und wieder durchlaufen, wenn wir einen tollen Typen kennenlernen, der sich nicht mehr meldet oder wir einfach mit unserem signifikant Anderem Streit haben. Irgenwann geht einem das chronische Happy Ending auf den nicht  vorhandenen Sack und zieht einen noch weiter runter ins Tal des Liebeskummers. Deswegen habe ich ein paar Filme jenseits von Sandra Bullock und Bridget Jones zusammensgestellt, die einem trotz Herzschmerz gut tun, also löscht Dirty Dancing, reibt euch mit Käsenachosoße ein und dippt eure Chips in reichlich Bodylotion bei:

  1. Twillight

Ich weiß das ihr jetzt denkt ich habe zu oft am Scheiblettenkäse geschnuppert, aber Twillight ist ein optimaler Liebesfilm, denn ist euer Liebesleben noch so kompliziert: Trashiger als die Dreiecksgeschichte zwischen einem glitzerndem Untonten der so scheint wie die Augen einer 14-Jährigen im Primark und einem felligen Indianer, der andauernd oben-ohne rumläuft als würde er als Mister Mai im örtlichen Feuerwehrkalender posieren  wirds nicht mehr. Auch wenn ihr Selbstbewusstseinsprobleme habt müsst ihr euch nur die Protagonistin ansehen: Eine lethargische Emobitch, die weder Mimik noch Gestik kennt muss sich direkt zwischen zwei Hochglanztypen entscheiden: Dem Pädoblutsauger, der lieber 30x seinen Highschoolabschluss macht statt ein Heilmittel gegen Krankheiten in seinem langen Leben zu erforschen und dem Badass Wau Wau. Wichtig dabei ist, ihr müsst den Bums (in dem nicht wirklich viel gebumst wird) bingewatchen: Das ganze funktioniert als Lustaustreibug und Vaginaaustrocknung nur, wenn ihr euch alle Teile gibt. Das heißt Teil 1-5 MÜSSEN in einem Rutsch durchgeschaut werden, sonst entfaltet sich die seltsame Wirkung, dass das eigene Leben gar nicht mal so übel ist, nicht. Alkohol darf dabei gerne getrunken werden und  bitte jedes mal einen kippen, wenn Edwards Haare eine bessere Rolle spielen als er selbst. Wer Freizeitmasochist ist, kann sich parallel oder direkt im Anschluss noch „50 Shades of Grey“ gönnen, die Erwachsenenversion von Twillight, die übrigens auf einer Fanfiction von dieser beruht (ja ich finds auch eklig!)

2. „Es ist kompliziert…“

Was  zuerst wie ein Jennifer Aniston Film klingt, ist eine wunderschöne britische Komödie über das Kennenlernen zweier Menschen, die  durch eine unglückliche Verkettung einiger Umstände zufällig zusammentreffen. Der Film spielt an einem Nachmittag und entführt uns nach London. Gewohnt britischer Humor lässt einen schmunzeln und es macht einfach Spaß, den beiden Protagonisten zuzusehen, wie sie sich auf Anhieb gut verstehen und das ohne die Schnulzentour. Dabei werden auch soziale Phänomene wie das „Blowjob Pardoxon“ aufgeklärt. Was mir auch an dem Film gefällt: Die Hauptdarstellerin Lake Bell, die die Mitdreißigerin Nancy spielt, ist keine klassische Hollywoodschönheit, sondern hat eher den Charme einer Lidlkassiererin aus der Nachbarschaft. Der Film hinterläßt Feelgood Vibes und zaubert einem ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht, ohne dabei unnötig dramatig oder kitschig zu sein.

3. „Wild“

Ich habe den Film damals im Kino gesehen, denn ich bin ungemein fasziniert von Fernwanderwegen und Pilgerreisen (das ich nicht unbedingt dafür geeignet bin, kann man allerdings hier nachlesen: https://sexandtheficki.wordpress.com/2017/04/29/wenn-nicht-jetzt-wandern/ ). Der Film packt einen emotional und nimmt einen mit auf den Wanderweg des Pacifik Crest Tail, der von der heroinsüchtigen Protagonistin Sheryl bestritten wird, die den Tod ihrer Mutter nicht gut verarbeitetet und indessen Folge auch ihre Ehe zerbrach.  Man fühlt jedes Steinchen auf das sie tritt, man leidet mit wenn sich die Zehennägel abrollen und man freut sich für die Protagonistin, wenn sie eine neue Herausforderung meistert. Warum der Film gerade bei Stress mit Typen gut ist? Er lässt nicht zu, dass man über sie nachdenkt. Es muss nicht immer ein Happy End zwischen zwei Personen geben, denn auch wenn man leidet, eine Beziehung beendet oder eine Ehe in den Sand setzt, geht das Leben irgendwie weiter. Vielleich mit ein paar Kratzer und Blasen an den Füßen, aber auch mit unserem Wanderrucksack, gespickt mit Erfahrung ud Offenheit für neues.

4. „Das hält kein Jahr“

Und da hätten wir schon wieder eine britische Komödie. Ich bin einfach Fan des leicht schwarzen Humors, den uns die Insulaner kredenzen, denn während amerikanische Filme oft daran scheitern indem sie zu gewollt witzig sein wollen oder es mit Slapstick Humor übertreiben, zieht sich durch diesen Film eine witzige Attitüde, die zu einem leichten dauergrinsen führt. Der Film startet mit einer romantischen Hochzeit, doch schon ab da zeigen sich Tendenzen, dass das Pärchen sich vielleicht doch noch etwas Zeit hätten lassen müssen, um sich kennenzulernen. So reihen sich Situationen, die einen manchmal zum Fremddschämen verführern und dann wieder lachen lassen, verspielt aneinander und vermitteln uns eine Messgage: Wir alle machen Fehler, auch in der Liebe und das ist gar nicht mal so schlimm.

5. „Schutzengel“

Hat sie jetzt? Ne, die wird doch nicht….Doch sie hat!

Am heutige Tage nehme ich, Nina S. einen deutschen Till Schweiger Film in diese Aufzählung mit hiein. Der Film fiel bei Kritiker außnahmslos durch und ein seltsames Phänomen bei Filmen, die ich mag ist oft, dass sie fürchterliche Kritiken haben.

Schnulzen hat Till Schweiger schon viele gemacht, man kann sie jeden zweiten Sonntag zur Primetime auf Sat 1 sehen. Dieser Film ist aber anders: Es wird viel geballert. Für meinen Geschmack auch etwas zuviel, aber dafür gibt es auch wieder entschleunigte Sequenzen, mal mit weniger sinnvollen Dialogen, mal mit Drama. Warum ich den Film mag kann ich gar nicht so recht beschreiben, wahrscheinlich weil der  freundschaftliche, zwischenmenschliche Aspekt in dem Film eine größere Rolle spielt als die Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptakteuren.  Erwähnenswert ist auch der unglaublich gute Soundtrack zu dem Film. Also wer ein paar Aggressionen in sich trägt und diese mit Geballer  hinter der Glotze gut kompensieren kann, sollte sich den Film „Schutzengel“ nicht entegehn lassen.

6. „Beim ersten Mal“

Geschäftsfrau auf dem Höhepunkt ihrer Karriere hat einen bedeutunglsosen One Night Stand mit einem Looser, der von dem Schmerzensgeld eines Unfalles lebt, den er mal als Kind hatte.

Das ist eine Scheißsituation. Das wissen nicht nur Keitherine Heigl, die nach ihrer Arztkarriere im TV größteneils nur noch durch Hochzeitsfilme brillierte, sondern auch alle anderen Menschen im- und vorm Film. Eine Dilemma, in dem man sich nicht befinden möchte. Jonah Hill und Seth Rogen spielen mit zugekifften Versagerboys ihre Paraderollen und der Film, brilliert  mit viel Fäkalhumor, der einen zum Lachen bringt  – obwohl man das in manchen Situationen gar nicht möchte, denn es ist verständlich, wenn man über eine Bindehautentzündung, die aus einem angefurzen Kissen resultiert, nicht lachen möchte. Der Film ist kein Meisterwerk: Einfacher Humor gepaart mit seichter Romantik, aber Ablenken von akutem Liebeskummer, das tut er allemal.

7. 7 Leben

Kennt ihr das, wenn ihr heulen wollt, aber nicht könnt? Wenn ihr alles mögliche versucht und innerlich schon einen Stausee an Tränen sammelt aber dieser einfach nicht einreißt? Da hab ich was: Sieben Leben  mit Will Smith. Ich kann nicht soviel über den Film schreiben, ohne zu spoilern, denn der Film hat ziemlich viele Wendungen und wenn man nur einmal nicht aufpasst, kann es passieren, dass man zum Schluss nichts mehr kapiert, aber soviel kann ich sagen: Ich war fertig mit der Welt. Ich habe geheult, geschlurzt und wasserfallähnliche Gebilde stürzten sich meine Wangen hinab. Wahrlich keine leichte Kost, aber wer sich richtig ausheulen möchte, dem hilft dieser Film, einen Sturzbach in seinem Gesicht zu generieren.

8. Cloud Atlas

Ein deutscher Film, der mit einer Hollywoodbesetzung antritt, die so gut harmoniert wie ich und ein Eimer voll frittiertem Hühnchen: Halle Berry und Tom Hanks geben sich ein Stelldichein, welches durch verschiedene Zeitepochen geht und dabei visuell so schön umgesetzt ist, dass seine eigenen Probleme ganz klein wirken. Wer allerdings  notorischer Am-Handy-Spieler ist, hat bei diesem Film schlechte Karten, denn die insgesamt sechs Schicksale werden nicht chronologisch erzählt, sondern wild durcheinander geworfen. Ein wundervoller Film über die Liebe und das es mehrere Formen von ihr gibt, aber das sie dennoch Zeitlos ist. Der teuerste deutsche Independet Film aller Zeiten ist bestimmt nicht jedermans Geschmack, aber wenn man sich mit den einzelnen Schicksalen der Personen, die alle miteinander verwoben sind, obwohl teilweise mehr als 100 Jahre zwischen den Geschenissen liegen ausseinander setzt, einfach wundervoll. Ein Film, nachdem wir gut einschlaffen können und die Hoffnung an das Gute trotz Liebeskummer weckt.

9. Die Hochzeit unserer dicksten Freundin

Ja okay, ich habe gesagt es kommen keine Klischeefilme dran. Dieser klingt nur wie einer. Denn hier spielt Rebell Wilson (auch bekannt als „Fat Amy“) mal nicht die lustige Dicke der Truppe, sondern eher eine ernstere Braut, die ihre Junggesellinnen nicht unter Kontrolle hat – und diese bis zur Hochzeit auch nicht unter Kontrolle kriegt. Der Film, der fälschlicherweise als Komödie promotet wurde, empupt sich als waschechtes Drama mit allem, was dazu gehört: Identitätskrisen, nicht verarbeitete Trennungen, Drogenprobleme und Neid bereiten den Brautjungfern Probleme und als sie dann noch ausversehen das Hochzeitskleid in der Nacht vor der Hochzeit komplett ruinieren, ist die kacke am Dampfen. Ein großer Kinoerflog war der Film leider nicht und auch die Kritiken fielen gemischt aus, ich hingegen fand den Film sehr erfrischend – mal ein Hochzeitsfilm ohne Kitsch und mit viel Drama, wie aus dem echten Leben adaptiert.

10. Brokeback Mountain

Ok, Ok, ein gewisser Schnulzfaktor lässt sich bei diesem Film nicht leugnen. Brokebackmountain ist quasi das Hybridfahrzeug unter den Liebesfilmen. Eine Geschichte von zwei Liebenden, die ihre Zuneigung füreinander am falschen Ort zur falschen Zeit Entdecken und sie daher verstecken müssen (Mensch, erinnert mich an meinen letzten Eintrag hier:  https://sexandtheficki.wordpress.com/2017/10/05/ich-war-die-andere/  ), dies ihnen aber nicht immer gelingt. Das spannende an dieser Romanze ist, wie versucht wird, die Liebe zu der anderen Person zu leugnen – was sie aber letzendlich noch näher zusamebringt. Die Zeitspannne von 15 Jahren, in denen der Film spielt, lässt den Tag, an dem er sich mal bei uns nicht meldet, wie eine Millisekunde wirken und wir Fragen uns, was wir uns eigentlich erlauben, die Liebe zwischen zwei anderen Personen, egal ob glichgeschlechtlich oder nicht, zu bewerten.

Was sind denn eure Filmtipps abseits kitschiger Jordan Sparks Verfilmungen und immerkehrenden Hochzeitsdramen? Kennt ihr schon einen von denen von mir vorgeschlagenen Filmen und wie ist eure Meinung dazu? Schreibt es mir doch in die Kommentare!

Nina

 

Ich war die Andere.

 

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Manchmal gibt es Dinge, die möchte man nicht von sich preisgeben.Dann gibt es wieder Nächte wie diese, in denen ich denke, vielleicht schulde ich mir eine Erklärung für einige Dinge und so kann man hier den Versuch der Dokumentation einer Leidensgeschichte lesen:

Es ist ein Film- und Serienklischee: Sie verliebt sich in ihn, er ist verheirtet, natürlich total unglücklich und hat sowieso vor, sich scheiden zu lassen. In den seltensten Fällen passiert dies aber und das Unzufriedensein mit der Partnerschaft stellt sich häufig nur als schwierige Phase heraus und zurück bleibt mindestens ein gebrochenes Herz. Schwierig ist es auch dann, Gesprächspartner zu finden, die nicht direkt die Moralkeule schwingen ala „Der Typ ist verheiratet, so etwas macht man nicht!“. Das dazu zwei Personen gehören, blenden die meisten dann aus.

Aber alles auf Anfang: Ich glaube nicht an  Liebe auf den ersten Blick, aber als ich ihn vor ein paar Jahren das erste mal sah, da hatte ich seltsame Gedankengänge und noch ehe ich ein Wort mit ihm wechselte, sagte mir mein Bewustsein Dinge wie „Du musst ihm gehören“. Für mich als starke, emotional unabhängige Frau ein Gefühl, dass ich nicht recht zuordnen konnte – es war beängstigent und gleichzeitig schön, so etwas fühlen zu können. Tatsächlich verstanden wir uns blind und die Sache fing wie eine große Sommerliebe an – doch nach diesem Urlaub (wir lernten uns an einem Ferienort kennen) hatte diese Konstellation von zwei Personen, die sich sehr zueinander hingezogen fühlten, keine Luft zum Überleben: Eine große räumliche Distanz, ein Altersunterschied von mehr als zehn Jahren und zwei komplett verschiedene Welten trafen aufeinander – und prallten schließlich aneinander ab.

So wurde aus einer Sommerliebe eine Skypebekanntschaft, aus dieser resultierten gelegentliche Treffen wenn jemand „zufällig“ in der Nähe des anderen war. Doch gerade als es ein paar Annäherungsversuche, die nicht mit dem Zerlegen eines Hotelzimmerbettes gab, sondern auch mal einen Kinobesuch, ein romantisches Essen oder einen Ausflug beinhalteten, lernte ich jemanden kennen. Jemand, der die Unsicherheiten zu Überbrücken schien, die er in mir aufriss. Ich kam mit dem Mann zusammen und wir hielten weiterhin Kontakt, nur sahen wir uns ab dem Zeitpunkt nicht mehr. In unseren Gesprächen redeten wir nie über meinem Partner – es war, als würden wir ihn verdrängen und obwohl ich meinen Ex sehr liebte, war ER immernoch allgegenwärtig.

Diese Beziehung endete irgendwann und das Spiel ging wieder von neuem los: Die heimliche Trefferei, stundenlanges vor der Webcam sitzen, sich ein Glas Wein einschenken und einen Film zur selben Zeit starten, sodas man die Illusion hatte, man schaue ihn gemeinsam. Der Kontakt wurde irgendwann weniger, aus täglich wurde zweitägig und irgendwann wöchentlich, ehe zwischen einem Gespräch gute 2 Monate lagen.

Ich weiß noch ganz genau, wie es an dem Tag ablief, als er mir sagte, er würde heiraten: Es war irgendwann im Dezember und ich war verkatert, denn ich tat mein Bestes daran das Klischee der betrunkenen Angestellten auf der Weihnachtsfeier zu erhalten. Irgendwann Nachmittags, als ich mir sicher war, kein Restgas mehr im Blut zu haben, machte ich mich auf den Nachhauseweg. Blöd, das ein Baustellenfahrzeug vor mir meinte, auf der Straße wenden zu müssen und ich mit meinem Ford Fiesta etwas hineinkrachte. Beim Warten auf die Polizei ploppte auf meinem Handy eine Nachricht auf: Wir müssen reden, denn  er wird heiraten und das heißt, mit uns das geht nicht mehr. Natürlich war ich geschockt. Aber gleichzeitig habe ich mich innerlich ein bisschen gefreut, denn ich dachte dies sei ein Abschluss von seinen emotionalen Fesseln die mich hielten und ich sei endlich frei von ihm. Infolge dessen beschloss ich einen Cut: Auf allen Netzwerken geblockt, Nummern gelöscht und sogar eine neue E-Mail Adresse und Handynummer legte ich mir zu, um nicht mehr in Versuchung zu kommen.

Es war seltsam, denn obwohl wir nie richtig zusammen waren, dachte ich immer, wir hätten eine Chance, man müsse dem ganzen nur noch mehr Zeit geben. Nach 6 Jahren dann der Abschied.

Vor einiger Zeit fand ich eine E-Mail in meinem Postfach. Woher er meine neue Adresse wusste, war mir schleierhaft aber ich holte tief Luft und laß einen langen Text mit Erklärungen, Entschuldigungen und Enttäuschungen. Ihm ging es nicht gut und obwohl mein Kopf innerlich schrie „Hättest du mich geheiratet, wärst du jetzt glücklich!“, litt mein Herz, denn ich wollte nicht, das er traurig und unglücklich ist.

Die nächtlichen Anrufe und Nachrichten fingen wieder an und mein behinderter Verstand versteifte sich auf eine aufkeimende Hoffnung, dass es doch noch ein Happy End für uns geben könnte. Wir redeten nie über seine Frau und meine eventuellen Dates oder Partner, denn wir beide blendeten diese aus – wahrscheinlich aus Selbtschutz und Angst vor Konfrontation mit der eigenen, miesen Situation.

Eines Nachts, als wir beide nicht schlafen konnten und miteinander redeten am Telefon, hörte ich plötzlich eine Frauenstimme im Hintergrund und dann riss die Verbindung – ohne ein Tschüss  oder ähnliches Grußwort, ab.

Ich saß da, alleine vorm Handy und mir wurde etwas klar: Ich bin nicht seine Frau, seine erste Wahl. Ich bin die andere, die Affäre die man eigentich nie sein möchte und trotzdem war ich in diese Situation hineingeraten.

Ich verstand plötzlich die Frauen aus den Serien und Filmen, die darauf pochten, dass ihre Männer endlich die Erstgewählte verließen. Dennoch wollte ich keine von ihnen sein.

Seit dem abrupt geendetem Telefonat sprachen wir nie wieder miteinander.

 

Nina

 

 

Warum ich erst wegziehen musste, um meine Heimat zu mögen.

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Ich komme aus dem Saarland, quasi dem McRib unter den Bundesländern. Einfach und anspruchslos, riecht etwas nach Zwiebel.

Doch seit ich mich erinnern kann, wollte ich da eigentlich nur weg und sobald es eine Gelegenheit gab, war ich ab Vollendung des 18. Lebensjahres auch immer auf Achse, bis mich meine Berufsausbildung und Exfreund doch wieder an das Land mit dem inzestiösen Ruf zwischen Mosel und Saar zog. Als Heimat konnte ich dieses Fleckchen Deutschlands (welches mal französisch, mal autonom und dann wieder deutsch war) irgendwie nie bezeichnen. Ich weiß gar nicht so recht woran das lag, immerhin waren Freunde und Familie hier angesiedelt. Als Jugendliche hatte ich allerdings nur wenige Freunde und die Familie war auch irgendwann zerstritten.

Ich begann, eine gewisse Perspektivlosigkeit zu sehen – für das Berufsleben und auch im Privatem fühlte ich mich immer sehr eingeschränkt, denn ich bin neugierig und eine Entdeckernatur und in einem Bundesland, in denen nur knapp eine Millionen Menschen wohnen, wiederholten sich die Gesichter, die Veranstaltungen, die Probleme und die Freuden. In meiner Heimtstadt ist zum Beispiel ein Date unmöglich, weil die einzige Bar, die kein Assischuppen ist, immer voll ist und da alle hingehen – etwas, was man bei einer Verabredung nicht unbedingt brauch. Also weicht man in die nächste Stadt aus – wo man prompt den Ex begegnet, der ebenso in diese Stadt auswich.

Für mich war immer schon ein bisschen klar, dass ich nicht dahin gehöre. Als ich in Urlaub von einer größeren Stadt aus flog, war ich immer fasziniert von der U Bahn: Einfach zur Haltestelle gehen und warten, bis die nächste Bahn kommt, während man im Saarland ausgiebig den Fahrplan studieren muss oder auf ein Auto angewießen ist, denn während es in Frankfurt normal ist kein Auto zu besitzen, heißt es im Hinterland südlich von Luxembourg dann immer nur, wenn man sagt man habe keines: „Warum nicht?“, mit dem Unterton: Was stimmt nicht mit dir?

Die logische Konsequenz für mich war: Job in der Großstadt suchen, Wohnung dazu, meine 700 Sachen packen und weg. Ich wachte von nun an mit Skyline- statt Weideblick auf. In meiner neuen Heimat fühle ich mich nun sehr wohl, aber letztens kam ein Gefühl auf, welches ich nicht so richtig zuordnen konnte: Ich vermisste ein bisschen meine Freunde, Familie und auch die Pampa. War das Heimweh? Dafür musste ich es wagen: Ins Land von Karlsberg Ur Pils und Dibbelabbes reisen, wo Milch und Maggi fließt.

Siehe da: Ich wusste die Intimität der Kleinstadt plötzlich zu schätzen: Nicht 2 Stunden lang einen Parkplatz suchen, Pfand ist keine hart umkämpfte Währung mehr und man kann sich tatsächlich bei Menschen Zuhase treffen, da sie mehr als 1-2 Zimmer bewohnen – auf dem Land muss man nämlich nicht für Mieten sein Erstgeborenes verhökern. Sonntags wird um 12 Uhr gegessen, egal ob man verkatert , wach oder überhaupt anwesend ist und wenn Nachmittags kein Kuchen auf dem Tisch steht, wird deine ganze Weltanschauung in Frage gestellt.

Auch habe ich die kleinen Feste, die mir vorher so öde vorkamen, zu schätzen gelernt. Ausflugsziele, die mir sonst Gähnen bereiteten, trete ich nun gerne an und genieße Land und Leute. Auch wenn mich in Frankfurt Leute nach meiner Herkunft fragen, reagiere ich nicht mehr nur negativ und lästernd über das Saarland, sondern erwähne gerne auch die Vorzüge und die schönen Ecken.

Dennoch, bin ich wieder froh nach ein paar Tagen auf dem Land wieder in die S Bahn steigen zu können.

Meine Zukunft sehe ich weiterhin eher in einer Metropole – aber wegzuziehen hat mich ironischerweise meiner Heimat etwas näher gebracht.

 

Nina

 

Erkenntnisse und Erstaunliches aus der Singlewelt 2.0